Hochschule Pforzheim

Metallrecycling als Rohstoffquelle

bundesweit aus BW | 25.12.2017

V.l.n.r.: Dr. Graf, Martin Geisler, Professor Dr.-Ing. Oßwald, Professor Dr.-Ing. Woidasky. Foto: Hochschule Pforzheim
V.l.n.r.: Dr. Graf, Martin Geisler, Professor Dr.-Ing. Oßwald, Professor Dr.-Ing. Woidasky. Foto: Hochschule Pforzheim

Pforzheim: Der Druck auf die Ökosysteme der Erde wächst, der Bedarf an Rohstoffen steigt durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung an und Rohstoffe verknappen zunehmend. Dem gegenüber steht ein hohes Potential an Sekundärrohstoffen. In der Zukunft müssen natürliche Ressourcen geschont und die Verwertung der Abfälle in Richtung Hochwertigkeit optimiert werden. Doch wie können diese Ziele erreicht werden? Wie kann zum Beispiel Altmetall zurück in den Rohstoffkreislauf gebracht werden?

Mögliche Antworten gab es im Rahmen der Veranstaltung „Industrie trifft Hochschule“ (ITH) am Donnerstag, den 07. Dezember 2017, an der Hochschule Pforzheim. Im Fachgespräch „Metallrecycling - Wertschöpfung durch innovative Ansätze bei Erkennung und Sortierung höherwertiger Legierungen“ sprachen Professoren der Hochschule sowie Vertreter von Unternehmen und des Ministeriums über das erfolgreiche Recycling von Altmetallen.

Professor Dr.-Ing. Jörg Woidasky, der an der Hochschule Pforzheim den Schwerpunkt „Nachhaltige Produktentwicklung“ vertritt, zeigte das enorme Potential auf, das im Recycling von Altmetallen steckt. Durch deren Wiederverwendung lässt sich bis zu 95% der Energie einsparen, die man benötigen würde, um Rohmaterialien zur Produktion von neuen Metallwaren aufzubereiten. „Das Ziel unserer Forschungstätigkeit ist es, den Stoffkreislauf zu schließen“, erläutert Woidasky die Motivation der Arbeitsgruppe „Werkstoffrecycling und Nachhaltigkeit“ des Instituts für Werkstoffe und Werkstofftechnologien (IWWT) der Hochschule. Dabei stehen nicht oder schlecht verwertbare metallische Werkstoffe und hochwertige Legierungen im Fokus der Arbeiten, die als Sekundärrohstoffe zurück in den Kreislauf der Wirtschaft gebracht werden sollen. „Es gilt die enorme Menge der Schrottstähle europaweit zu nutzen und so die wirtschaftliche Situation in Europa wettbewerbsfähig zu machen“, erklärt Jörg Woidasky im Rahmen von ITH.

Das Edelstahlrecyclingunternehmen CRONIMET aus Karlsruhe, weltweiter Spezialist für Recycling im Bereich Edelstahlschrott, Ferrolegierungen und Primärmetalle, hat ein großes Interesse an der exakten Klassifizierung von Altmetallen, insbesondere von legiertem Stahlschrott. So gehen investierte und gespeicherte Ressourcen nicht verloren, sondern bleiben erhalten. Dieser Effekt ist umso größer, je öfter Metalle in den Kreislauf zurückgeführt werden können. „Es gibt eine schier unglaubliche Vielfalt an metallischen Legierungen. Die Kreativität des Menschen in der Herstellung dieser Legierungen kennt keine Grenzen. Diese bringen wir wieder in den Rohstoffkreislauf zurück“, erläuterte Geisler in seinem ITH-Vortrag. Dabei setzt CRONIMET Verfahren wie optische Spektralanalyse oder Röntgenfluoreszenzanalyse ein, um Metalle zu identifizieren.

Im Bereich Recycling ist auch das Forschungsprojekt „Automatisierte Metallidentifikation für die Kreislaufwirtschaft (AMIKA) tätig. Es verfolgt das Ziel, ein schnelles und automatisiertes Verfahren zur Erkennung und Unterscheidung von Metall-Legierungen zu entwickeln, das die Vorteile der manuellen Sortierung anhand von Funkeneigenschaften mit denen der Analysegeräte verbindet. Mit der Funkenprobe lassen sich Legierungen voneinander unterscheiden, auch wenn sie ähnliche Legierungselemente enthalten. Diese Erkennung soll zukünftig automatisiert geschehen. „Damit wird die Kreislaufschließung im Bereich metallischer Rohstoffe unterstützt. Außerdem kann so verhindert werden, dass hochwertige Schrotte aufgrund hoher Sortier- und Identifikationsaufwände exportiert und dem regionalen Wertschöpfungskreislauf entzogen werden“, erklärte Professor Dr.- Ing. Kai Oßwald, der an der Hochschule im Bereich Fertigungsverfahren lehrt. Das Projekt wird unterstützt und gefördert durch CRONIMET und durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

Dr. Christian Graf, Referent im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, zeigte, wie wichtig es sei, besonders versorgungskritische Metalle, wie seltene Erden, oder von Nutzungsbeschränkungen bedrohte Metalle, wie Nickel oder Beryllium, zu recyceln oder zu ersetzen. Das Referat Rohstoffwirtschaft und Ressourcensicherung setzt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg in den Bereichen Substitution und Recycling um und fördert die Rohstoffkreislaufwirtschaft mit wirtschaftsnahen Forschungsprojekten. „Das Ziel muss es sein, die natürlichen Ressourcen zu schonen und die Verwertung der Abfälle in Richtung Hochwertigkeit zu optimieren“, so Graf an der Hochschule.

V.i.S.d.P.: Hochschule Pforzheim

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