IHK Bodensee-Oberschwaben

Handlungsbedarf bei Breitbandversorgung

Bodensee-Oberschwaben | 30.10.2017

Oberbürgermeister Markus Ewald. Foto: Reiner Jakubek
Oberbürgermeister Markus Ewald. Foto: Reiner Jakubek

Weingarten: Die Stadt Weingarten ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. „Rund 1.700 Unternehmen sind aktuell gemeldet“, berichtete Oberbürgermeister Markus Ewald im Rahmen des 9. Wirtschaftsgesprächs der Stadt Weingarten, das bei der TOX Pressotechnik GmbH & Co. KG stattfand.

„Wo immer die städtische Verwaltung die Betriebe unterstützen könne, tue sie das auch“, betonte Ewald. Rund 70 Gäste waren zu dem Weingartener Wirtschaftsgespräch gekommen, um sich zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen – und auch um die zentralen repräsentativen Ergebnisse für Weingarten aus der aktuellen Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) zu erfahren.

Die IHK habe mit Unterstützung des EWAS-Instituts aus Hannover nach 2007 und 2012 zum dritten Mal eine Umfrage zur Standortzufriedenheit ihrer Mitgliedsbetriebe durchgeführt, berichtete IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Peter Jany. Durch die zeitgleich erfolgte Befragung der IHKs Reutlingen und Ulm lägen nun rund 6.000 verwertbare Unternehmensantworten für den Regierungsbezirk Tübingen vor. „Dadurch lassen sich zahlreiche Vergleiche ziehen – auch mit anderen Städten in der Größenklasse Weingartens“, so Jany weiter. In der Region Bodensee-Oberschwaben wurden über 10.000 Betriebe angeschrieben. Die Rücklaufquote lag bei beachtlichen 21 Prozent, in Weingarten sogar bei 22 Prozent. Die Firmen konnten zu 27 Standortfaktoren aus den Themengebieten Infrastruktur und Verkehr, Fachkräfte und Bildung sowie Standortattraktivität und Kosten ihre Zufriedenheitsbewertung abgeben. Der Wirtschaftsstandort Bodensee-Oberschwaben insgesamt erhielt mit der Gesamtnote 2,1 eine gute Bewertung.

Die Stadt Weingarten verzeichne eine positive Entwicklung, berichtete Jany. Die Bevölkerung sei in den Jahren 2000 bis 2015 um 3,6 Prozent auf rund 24.500 Einwohner angestiegen. Und auch bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe Weingarten in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt – auf über 11.600 (Stand: 2015). 32 Prozent der antwortenden Weingartener Betriebe gaben in der IHK-Umfrage an, in den vergangenen drei Jahren flächenmäßig in Weingarten expandiert zu haben. 31 Prozent streben in den kommenden drei Jahren eine flächenmäßige Expansion in Weingarten an. 73 Prozent der Betriebe würden laut Umfrage ihren Wirtschaftsstandort Weingarten ansiedlungswilligen Unternehmen empfehlen.

Als Themen mit dem größten Handlungsbedarf – das sind Standortfaktoren, die eine hohe Priorität bei den Firmen genießen und mit denen diese gleichzeitig weniger zufrieden sind – kristallisieren sich für die Stadt Weingarten laut der aktuellen IHK-Umfrage vornehmlich harte Standortfaktoren heraus. Die Breitbandversorgung wird dabei als das größte Manko gesehen. Schnelle Internetzugänge mit 50 MBit/s und mehr sind vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung unabdingbar. Die Breitbandabdeckung in Weingarten ist nach Recherchen der IHK eigentlich überdurchschnittlich gut. „Insofern überrascht die große Unzufriedenheit, die Probleme scheinen daher im Detail zu liegen“, vermutete Jany.

Die weiteren größten Standortschwächen liegen im Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften (Platz 2), an Wohnraum (Platz 3), den Kosten für Gewerbeimmobilien (Platz 4) und an einer guten überregionalen Straßenanbindung (Platz 5). Offensichtlich ist, dass den Unternehmen der Mangel an Fachkräften mit dualer Ausbildung mehr Sorge bereitet als fehlende Akademiker. „Wenn wir nicht am Bedarf der Wirtschaft vorbei ausbilden wollen, braucht es hier ein Umdenken – weg von der zunehmenden Akademisierung, hin zu einem größeren Fokus auf die duale Ausbildung“, warnte Jany.

V.i.S.d.P.: IHK Bodensee-Oberschwaben

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