ALEX Heilbronn

Rückenwind für die ALEX Freizeitgastronomie

Heilbronn-Franken | 13.04.2018

Rückenwind für die ALEX Freizeitgastronomie. Foto: ©ALEX
Rückenwind für die ALEX Freizeitgastronomie. Foto: ©ALEX

Heilbronn/Wiesbaden: Die Mitchells & Butlers Germany GmbH hat allen Grund zur Freude. Ihre exzellenten Ergebnisse der vergangenen Jahre wurden 2017 nochmals getoppt. Mit den von ihr zum Jahresende 2017 betreuten 44 deutschen Erlebnisgastronomie-Betrieben der Marken ALEX (40), Brasserie (3) und All Bar One (1) hat die Mitchells & Butlers Germany GmbH im zurückliegenden Geschäftsjahr (zum 31.12.2017) ein Umsatzwachstum von 4,9 Prozent auf 110,8 Mio. Euro (i. Vj. 105,6) erwirtschaftet.

Obwohl sich die Anzahl der Betriebe im Vergleich zu 2016 um ein ALEX erhöhte (Eröffnung ALEX Aachen im April 2017), wurde das Plus von 5,2 Mio. Euro primär über die bestehenden Outlets generiert. Bernd Riegger, seit der Übernahme der ALEX-Kette durch den britischen Konzern im Jahre 1999 Geschäftsführer des in Wiesbaden ansässigen Unternehmens, sieht die strategische Ausrichtung der ALEX-Kette durch dieses positive Ergebnis bestätigt: „Eines unserer Hauptziele für das vergangene Geschäftsjahr war die Gewinnmaximierung über den Bestand.“ Diesem wurde in rund zehn Jahren peu à peu ein umfangreiches Facelift verpasst, parallel zu einer umfassenden Konzeptumstellung. Die letzten drei Redesigns erfolgten 2017 in Berlin, Magdeburg und Wiesbaden. Damit ist die Neuausrichtung der teilweise bereits seit 1989 bestehenden Betriebe vorerst abgeschlossen. Zumindest in diesem Umfang, denn kleinere Anpassungen, wie neues Mobiliar oder technische Nachrüstungen, werden laufend vorgenommen, um Kundenakzeptanz und Profitabilität weiterhin zu steigern.

Der Nettogewinn des Unternehmens zog ebenfalls um 9,4 Prozent an. „Und das ist nur zu einem geringen Teil auf Preiserhöhungen zurückzuführen“, erklärt Bernd Riegger, „denn die werden natürlich auch durch gestiegene Lebensmittel- oder Personalkosten absorbiert.“ Grund dafür sind vielmehr gestiegene Umsätze in den einzelnen Betrieben, allen voran die Flaggschiffe ALEX Hamburg Alsterpavillon (Jahresumsatz 15 Mio. Euro) oder ALEX Frankfurt Skyline Plaza (5 Mio. Euro). Lag der durch einen Betrieb im Durchschnitt generierte Umsatz 2010 noch bei 1,74 Mio. Euro, stieg er 2016 bereits auf 2,45 Mio. Euro und 2017 auf 2,52 Mio. Euro.

Erfolgsfaktoren 2017 und Strategie 2018
ALEX ist ein Fullservice-Gastronomiekonzept mit Ganztages-Verwöhnprogramm, das sich als anspruchsvoller Hybride mit unterschiedlich möblierten Raumbereichen zwischen Bistro, Kneipe, Restaurant, Bar und Café bewegt. Die Gäste werden zur Auszeit vom Alltag, zum Genießen und Relaxen eingeladen. Bedient wird eher der Mainstream- als der Ausnahmegeschmack, ansprechen möchte man von früh bis spät, rund 18 Stunden am Tag alle Generationen. Lag der Schwerpunkt früher auf jungen Menschen bis 25, ist es in den letzten fünf Jahren gelungen, eher die zahlungskräftigere Zielgruppe 25+ anzuziehen. Basis dafür ist das neue Interior-Design sowie eine Optimierung des Service- und Produktangebots, wodurch der Durchschnittsbon erhöht werden konnte. So hat ALEX nicht nur seine Küchenkompetenz gesteigert durch qualitativ hochwertigere und damit auch hochpreisigere Speisen, wie etwa auf dem Lavagrill zubereitete Steaks, Frisches und Regionales, sondern lässt auch verstärkt gesellschaftliche Trends in seine Karten einfließen. Einer davon sind herzhaft leckere Küchenklassiker wie Rinderroulade, Königsberger Klopse & Co., die zu Beginn dieses Jahres in einer zeitlich begrenzten Aktion angeboten und zu einem Verkaufsschlager wurden. Bernd Riegger erklärt den „Back to the roots“-Geschmack in Zeiten, wo Health Food und vegane Trends vermeintlich auf dem Vormarsch sind, auch damit, dass aufgrund von veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen immer mehr kleinere, traditionelle Einzelgastronomien schließen. „Wer spontan Lust auf eine hausgemachte Kohlroulade hat, muss unter Umständen lange danach suchen. Deshalb füllen wir im ALEX diese Lücke.“

Ähnlich verhält es sich mit dem Morgengeschäft, das ALEX bereits Anfang dieses Jahrtausends für sich entdeckte und mit dem größten Buffet-Angebot außerhalb der Hotellerie zur Nummer 1 im deutschen Frühstücksmarkt avancierte. Mittlerweile verkauft man deutlich über zwei Millionen Frühstücke pro Jahr. Das blieb natürlich auch den Mitbewerbern nicht verborgen, die kräftig nachrüsteten. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen daher einen weiteren Ausbau der Frühstückskompetenz, um die führende Position zu stärken. Etwa durch eine optisch noch ansprechendere Präsentation der ca. 150 angebotenen Buffetprodukte und eine Qualitätsoffensive beim Backwerk. Seit Jahresbeginn 2018 sind die Betriebe flächendeckend mit modernsten Brotbacköfen ausgestattet und fertigen nun aus Rohlingen statt aus Aufbackware.

Sehr erfreulich ist die nach einigen Jahren der Stagnation wieder gestiegene Gästeanzahl und eine hohe Stammkundschaftsrate. Diese Entwicklung zeigt, dass die strategischen Maßnahmen gegriffen haben. In einer immer schnelllebigeren Zeit findet der Gast Ruhe und Geborgenheit in seinem ALEX, das der zunehmend mobiler werdenden Gesellschaft mit seinem ungezwungenen Ambiente einen zweiten Wohlfühlort neben dem Zuhause bietet. Dessen hohe Familienfreundlichkeit und soziales Engagement sowie zufriedenes Arbeitsumfeld wurden in den letzten Jahren mehrfach durch unabhängige Studien ausgezeichnet. Für Riegger ist die gestiegene Gästezahl jedoch auch ein Gradmesser für neue Entwicklungen innerhalb der Branche und der Gesellschaft: „Durch die gesetzlich geforderte Einführung neuer Kassensysteme 2017 mussten viele private Gastronomen, die an den Behörden vorbei abgerechnet haben, ihre Betriebe schließen. Die Systemgastronomie profitiert von dieser Situation, zumal sie sich in den vergangenen Jahren rasant weiter entwickelt hat, mittlerweile sehr hochwertige Spei¬sen mit vielfältigen internationalen Einflüssen anbietet und den Trend nach der qualitätsbewussten, schnellen Mahlzeit außer Haus aufgreift.“

Obwohl die Mitchells & Butlers Germany GmbH mit dem Jahresergebnis 2017 höchst zufrieden ist, sieht sie für 2018 weiterhin große Herausforderungen angesichts vieler Vorgaben und Überregulierungen (etwa der höhere bürokratische Auswand durch die Mindestlohnbestimmungen oder die starren Arbeitszeitgrenzen) sowie bei der Beschaffung und vor allem Bindung von Arbeitskräften. Um ihre Mitarbeiter zu halten, hat die ALEX-Gruppe eine Menge Trümpfe in der Hand. Denn „ohne zufriedene Mitarbeiter gibt es keine zufriedenen Gäste“, ist sich Riegger sicher. Damit die über 2.000 Mitarbeiter das ALEX-Credo „Das Leben ist schön“ authentisch transportieren können, muss die Work-Life-Balance stimmen, die veränderten Arbeitsplatz-Erwartungen der Millennials-Generation berücksichtigt und für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen gesorgt sein. Das hat ALEX früh erkannt und vor über 15 Jahren eine eigene Akademie gegründet, die ihr Kursangebot seit damals nicht nur verdreifacht, sondern auch wesentlich vielschichtiger gestaltet hat. Mit steigender Tendenz – denn die Wartelisten für diese kostenlosen Leistungen für Auszubildende bis Betriebsleiter sind lang. Zusammen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und einer guten internen Stimmung überzeugt das die Mitarbeiter. Und nicht nur sie. In der Focus-Studie „Deutschlands beste Jobs mit Zukunft“ (Juli 2017) zählte ALEX zu den Testsiegern.

Das Thema Expansion hat nach der Konsolidierungsphase einen neuen Stellenwert erhalten. Das Motto ist jedoch Qualität vor Quantität. Ein Expansionswettlauf wird nicht stattfinden. Bei Neueröffnungen konzentriert man sich auf ganztägig stark frequentierte Toplagen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, die mindestens 1,8 Mio. Euro Bruttoumsatz im Jahr generieren können. Die Immobilienangebote müssen überzeugen, die Mietzeiträume großzügig bemessen sein. „Wir gehen bei der Standortwahl keine Kompromisse ein“, erklärt Riegger. Die Angebotslage hat sich seiner Beobachtung nach während des vergangenen Jahres stark verbessert, wenn auch der Wettbewerb unter den Gastronomen zugenommen hat. „Noch vor wenigen Jahren waren wir oftmals der einzige Gastrobewerber bei einer Immobilie. Das hat sich geändert. Mittlerweile sind Gastrounternehmen trotz der vermeintlich negativen Begleit¬umstände, wie Lärm- und Küchengeruchbelästigung, bei Vermietern beliebter. Denn der von ihnen bislang bevorzugte stationäre Einzelhandel leidet stark unter dem zunehmenden Onlinegeschäft und kann sich Mieten in Toplagen oftmals nicht mehr leisten. Hier sind wir als mächtiger Konzern natürlich im Vorteil.“ Hinter der deutschen Niederlassung steckt die britische Mitchells & Butlers plc. Der ehemalige, 1898 gegründete Brauerei- und Hotelkonzern betreibt rund 1.700 Pubs und Restaurants unter verschiedenen Marken in Großbritannien. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2017 betrug 2,2 Mrd. Pfund. Einzige Auslandsmarke ist die deutsche ALEX-Kette, die jedoch zu einer der drei profitabelsten Brands des Konzerns gehört.

Mit dieser hohen Profitabilität überzeugte Mitchells & Butlers Germany in den vergangenen Monaten auch die deutschen Immobilienanbieter und sicherte sich gleich vier Toplagen, die bis Mitte 2019 eröffnen: ALEX Berlin Mercedes Platz (Herbst 2018), ALEX Frankfurt MyZeil (Frühjahr 2019) und ALEX Hamburg Überseebrücke (Frühjahr 2019). Mit Spannung erwartet man in Wiesbaden darüber hinaus die für Herbst 2018 vorgesehene deutsche Premiere des in Großbritannien sehr erfolgreichen, hochwertigen Steakhouse-Konzeptes „Miller & Carter“ an einem Premiumstandort direkt an der Frankfurter Alten Oper.

Bernd Riegger geht für 2018 von einem moderaten Wachstum um zwei bis drei ALEX-Betriebe aus. Eventuell wird auch das „Miller & Carter“-Konzept bereits im kommenden Geschäftsjahr multipliziert.

V.i.S.d.P.: ALEX Heilbronn

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Heilbronn-Franken

Neues auf B4B

Aufsteiger Bild Neu

Besuchen Sie unseren Stellenmarkt: Rund 1.200 freie Stellen für Fach- und Führungskräfte in Baden-Württemberg

Zum Stellenmarkt

Anzeige

Mediadaten

Alle Preise und Buchungsmöglichkeiten finden Sie in unseren Mediadaten.

Redaktionsadressen

Pressemitteilungen können Sie an unsere Redaktionsadressen senden.

Bildergalerien

Wochenrückblick abonnieren

Wochenrückblick klein

B4B Baden-Württemberg Wochenrückblick

Jeden Freitag die wichtigsten Wirtschafts-
nachrichten des Landes gesammelt im Überblick.