Hochschule Pforzheim

Von der Skizze bis zum Prototyp

Nordschwarzwald | 13.07.2017

Das Konzeptfahrzeug Concept GT von Opel, das es weltweit nur ein einziges Mal gibt. Foto: Hochschule Pforzheim
Das Konzeptfahrzeug Concept GT von Opel, das es weltweit nur ein einziges Mal gibt. Foto: Hochschule Pforzheim

Pforzheim: Im Rahmen der Designwoche der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim zeigt der Studiengang Transportation Design erstmals den gesamten Prozess des Autodesigns von der ersten Bleistiftskizze bis zum fertig gebauten Automobil. In der Ausstellung „auto:proto:typ“ im Gasometer in Pforzheim kann der Besucher die Entwicklung von der Zeichnung, über die Arbeit am Computer und in der Modellwerkstatt bis hin zum fertigen Prototypen nachvollziehen.

Höhepunkt der Ausstellung ist das Konzeptfahrzeug Concept GT von Opel, das es weltweit nur ein einziges Mal gibt. Am Montag, den 10. Juli 2017, wurde die Ausstellung eröffnet, noch bis zum 15. Juli ist „auto:proto:typ“ im Gasometer für freien Eintritt zu sehen.

Das Design eines Autos entscheidet über den Erfolg. Die Entwürfe von neuen Modellen halten Fahrzeughersteller deswegen streng geheim. Nun zeigen Studierende des Studiengangs Transportation Design der Fakultät für Gestaltung erstmals die Entwicklung des Designprozesses, bei dem die Öffentlichkeit normalerweise ausgeschlossen ist. Konzipiert wurde die Ausstellung von Studierenden des Studiengangs Visuelle Kommunikation der Fakultät für Gestaltung, die ein Liniensystem für die konzeptionelle Ausgestaltung genutzt haben. „Die Linie ist der Beginn eines jeden Designs“, verdeutlichte Lutz Fügener, Professor im Studiengang Transportation Design, in seiner Eröffnungsrede am Montag. „Die Suche nach der perfekten Linie ist die ewige Aufgabe des Autodesigners.“

Der Studiengang Transportation Design der Hochschule Pforzheim ist seit 25 Jahren die Kaderschmiede von führenden Automarken wie Mercedes-Benz, Porsche oder Audi und vielen weiteren Unternehmen in aller Welt. Professor James Kelly prägt den – vergleichsweise jungen – Studiengang seit 1989. Seit 2000 ist Lutz Fügener Professor in Pforzheim. Elementare Teile der Lehre im Transportation Design sind symbiotische Kooperationen mit den Herstellern sowie die Entwicklung von Neuheiten.

Die Idee: Eine Kollage aus Skizzen im Zeichenraum

Der Stift, mit dem Designer zeichnen, ist in der ersten Phase der Gestaltung nicht ersetzbar. Komplexe Flächen lassen sich mit wenigen Strichen darstellen, mit Schraffur Plastizität und Tiefe und sogar Materialität erzeugen. Starke Fertigkeiten im Skizzieren sind Voraussetzung für das Studium.

Tape-Renderings: Erste Entwürfe aus Klebeband

Eine Zeichnung kann aus tausenden von Linien bestehen, doch hängt sein unverwechselbarer Ausdruck oft nur von wenigen ab. Eine bewährte Technik ist deshalb das Tape-Rendering: selbstklebende Bänder in verschiedenen Stärken. Sie überführen die Skizze in eine grafisch kontrastierende Form und maßstäbliche Darstellung. Änderungen der Kanten- und Flächen lassen sich visualisieren und schaffen für den Modellbauer klare Vorgaben.

CAD-Lab / 3D-Druck, 1:1-Modell: Der Computerarbeitsplatz

Ein Modell in realer Größe entscheidet, ob ein Fahrzeug entwickelt und hergestellt wird. Es ist von einem fertigen Auto nicht zu unterscheiden. Zum Studium gehören verschiedene Techniken des Modellbaus: dreidimensionale Freiformen aus Schäumen, die Bearbeitung und Veredelung von Oberflächen, Vakuum-Tiefziehen oder virtueller Modellbau für das 3-D-Drucken. Der virtuelle Entwurf steht gleichberechtigt neben dem physischen Modell. Das Computer Aided Design (CAD) bzw. das Computer Aided Styling (CAS) schließt direkt an die Zeichnungen an. Datenmodelleure erweitern sie um ein Vielfaches: Fotorealistische Renderings und Animationen, Messungen im virtuellen Windkanal und erste Evaluierungen durch Ingenieure. Claymodelle werden gescannt, als Datensatz weiterbearbeitet und dann – mit Hilfe diverser Rapid-Prototyping-Methoden – wieder in die Haptik überführt.

Die Modellbauwerkstatt: Aus Knetmasse (Clay) entstehen erste Modelle

Das Formen oder Modellieren mit Ton – Englisch: Clay – lässt sich über Jahrtausende in der Kulturgeschichte zurückverfolgen. Auch die stets der Zukunft zugewandten Automobildesigner arbeiten mit diesem Material. Die Modelleure sind gefragte Fachkräfte in der Industrie. Sie übersetzen die zweidimensionalen Skizzen, Tapes und Renderings in dreidimensionale Skulpturen. Zukünftige Designer lernen den Umgang mit dem weiterentwickelten High-Tech-Material. Seine archaische, typisch braune Farbe hat es allerdings bis heute behalten.

V.i.S.d.P.: Hochschule Pforzheim

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