IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Was die Wirtschaft von der Politik erwartet 2

Schwarzwald-Baar-Heuberg | 25.08.2017

Die Politik sollte die Berufsausbildung fördern um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Foto: ©monkeybusiness/depositphotos.de
Die Politik sollte die Berufsausbildung fördern um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Foto: ©monkeybusiness/depositphotos.de

Teil 2 von 5: Berufliche Bildung stärken

Villingen-Schwenningen: „Berufliche Bildung schafft Zukunft. Alleine in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg lernen über 6.800 Auszubildende einen von 130 Berufen. Über 1.600 Betriebe bilden aus. Sie geben junge Menschen eine Perspektive und sichern sich damit den eigenen Nachwuchs für ihre Unternehmen“, sagt IHK-Präsident Dieter Teufel. Dieses Engagement von Industrie, Handel, Tourismus, Dienstleistung und Verkehr brauche eine breite Unterstützung.

Bis ins Jahr 2030 würden alleine in Baden-Württemberg über 250.000 Fachkräfte fehlen. Zwei Drittel davon entfallen auf den Bereich der Facharbeiter, Meister, Techniker und Fachkaufleute, ein Drittel entfällt auf den akademischen Bereich. „Wer sich in Berlin und Stuttgart für die Berufliche Bildung einsetzt, unterstützt also auch direkt seine Betriebe in der Region von Schwarzwald, Baar und Heuberg“, so der IHK-Präsident.

Aktuell seien in der Region noch mehr als 100 offene Ausbildungsstellen gemeldet. „Jede Stelle ist ein konkreter Bedarf eines Betriebs. Jede offene Stelle ist aber auch eine Chance für den beruflichen Einstieg und die persönliche Perspektive eines Jugendlichen. Diese Potenziale gilt es aufzuzeigen und anzugehen, es gilt die Gleichwertigkeit zwischen der akademischen und der beruflichen Bildung herzustellen und politisch zu untermauern – auch in der finanziellen Ausstattung“, so Dieter Teufel. Die Finanzmittel pro Berufsschüler müssten an die der Hochschulstudenten anzugleichen. Damit würde die Bildungspolitik auch die wachsenden Anforderungen aus der zunehmenden Digitalisierung aufnehmen.

„Wer Abbruchquoten von 30 Prozent in einzelnen Studiengängen toleriert, schafft Bildungsverdruss und handelt entgegen dem betrieblichen Bedarf unserer Region. Wichtig ist: eine Ausbildung ist kein Irrweg und keine Einbahnstraße“, sagt Dieter Teufel. Sie sei der Beginn eines Berufslebens und die Tür zu neuen beruflichen Schritten. Die Selbstverwaltung der Wirtschaft leiste hier mit ihren Berufsbildungsausschüssen einen zentralen Beitrag für die Attraktivität dieser Bildungswege. Diese Wege gelte es aber auch von Bundesebene offen zu gestalten, positiv zu begleiten und im konkreten Fall anzuerkennen.

Das Berufsabitur sei ebenso wenig ein Wunschtraum wie die triale Ausbildung oder der Berufsstart als „Azudent“. Junge Menschen verzahnten bereits heute ihre Ausbildung mit dem Besuch einer Hochschule und könnten in drei Schritten vom Gesellen zum Meister und Bachelor ausgebildet werden. „Wir müssen diesen Bildungsweg stärker etablieren und mehr dafür tun, die duale Bildung noch stärker an den Gymnasien als Karriereweg bekannt zu machen.“ Dabei brauche es den politischen Mut, diese höhere Berufsbildung zu wagen und in den öffentlichen, wie parlamentarischen, Diskurs einzubringen.

V.i.S.d.P.: IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

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