BANKHAUS ELLWANGER & GEIGER KG

Kunst – ein Investment mit Charme

Stuttgart (Region) | 07.08.2017

Kunst – ein Investment mit Charme. Foto: © Max5799 / depositphotos.com
Kunst – ein Investment mit Charme. Foto: © Max5799 / depositphotos.com

Stuttgart: In Kunst zu investieren, liegt im Trend. Doch Anleger sollten einiges beachten, bevor sie ihr Geld in Kunstwerken anlegen, sagen die Experten von ELLWANGER & GEIGER Privatbankiers.

Der Kunstmarkt boomt. 2016 wechselten weltweit Kunstgegenstände im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar den Besitzer. Ein Grund: Die Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten. Diese hat das Wachstum des Kunstmarktes in den vergangenen Jahren angeheizt. Die expansive Geldpolitik der internationalen Zentralbanken führte zu einer neuen Art der Inflation, der Vermögenspreisinflation. So stiegen Sachwerte und Vermögensgegenstände wie Immobilien, Aktien, Anleihen, Oldtimer – und gerade auch Kunstgegenstände – sukzessive im Wert.

Wer Kunst als Geldanlage versteht, sollt jedoch genau darauf Acht geben, welche Segmente en vogue sind beziehungsweise in Zukunft nachhaltige Wertsteigerungen versprechen können. Denn nicht jeder kann sich etwa bei den teuersten Bildern engagieren, wo aufgrund der Seltenheit und Bedeutung der Werke zumindest Werterhalt garantiert scheint und eine Wertsteigerung wahrscheinlich ist. So erwarb zum Beispiel der kanadische Sammler David Graham im Jahr 1994 das Bild „Bauerngarten“ des österreichischen Stars Gustav Klimt für 3,74 Millionen Pfund. Im März 2017 wurde dieses Bild für 48 Millionen Pfund wieder verkauft. Das ergibt eine jährliche Rendite von circa 11,70%.

„Anleger, die ihr Geld in Kunstwerke investieren, sollten grundsätzlich darauf achten, ausschließlich Originale zu erwerben“, sagt Michael Beck, Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger Privatbankiers. „Dies ist unerlässlich, um die Werthaltigkeit der Investments zu sichern.“ Eine große Rolle sollte Beck zufolge zudem die emotionale Rendite spielen. „Wer investiert, sollte die Rendite vor allem in der Freude beim Betrachten des Kunstgegenstands sehen.“ Beck: „Sammeln aus Leidenschaft heißt die Devise.“

Schließlich dürfe das Thema Fälschungen keinesfalls unterschätzt werden: „Fälschungen gibt es schon so lange, wie es eine Art Kunstmarkt gibt“, sagt Michael Beck. Doch inzwischen sorgen entdeckte Fälschungen in immer mehr Segmenten, die bis dato unverdächtig waren, für große Unsicherheit. Dachte man etwa bisher, insbesondere im sehr teuren Auktionsbereich sei man eher vor Betrug gefeit, zeigt der Fall der mexikanisch stämmigen New Yorker Kunsthändlerin Glafira Rosales, dass es auch hier keine vollständige Sicherheit gibt. Ein von ihr beauftragter Chinesischer Maler kopierte vornehmlich US-Maler, wie Rothko oder Pollock, für deren Werke seit Jahren Höchstpreise im mehrstelligen Millionenbereich erzielt werden. Ein immenser Schaden, der nicht zuletzt von betroffenen Galerien und Auktionshäusern mitgetragen werden muss.

Checkliste für Kunstinvestments:

- Nur sehr hochwertige und fehlerfreie Kunstgegenstände (z.B. kunsthistorisch bedeutende Künstler, bestehende Signatur, Zustand) bieten langfristiges Wertsteigerungspotential.
- Bei Objekten mit einer begrenzten Auflage darauf achten, dass die Auflage so klein wie möglich ist.
- Rat von Experten nutzen, sowohl in der Echtheitsbestimmung als auch in der Preisfindung.
- Transaktionskosten beachten (z.B. Auktionsaufschläge, Provisionen).
- Versicherungs- und Lagerkosten berücksichtigen.
- Falls Veräußerungen geplant sind, Zeit mitbringen, um günstige Marktphasen abwarten zu können.
- Immer die Differenz des bezahlten Preises für ein Kunstobjekt zum Händlereinkaufspreis beachten. Dieser kann bisweilen nur bei rund 50% oder gar 30% des ursprünglich bezahlten Preises liegen. Bei Kunstkäufen in Galerien darauf achten, dass die Galerie einem Galerieverband (z.B. Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. (BVDG)) angehört.
- Keine Schnäppchenkäufe unter Bekannten. Eine Bestätigung der Echtheit durch eine Galerie oder Experten sowie Rechnungen etc. sind sinnvoll.
- Provenienz-Nachweise, d.h. Informationen über Herkunft, Vorbesitzer und Geschichte des Kunstwerkes werden immer wichtiger. Kommen Zweifel auf, zum Beispiel in Verbindung mit möglichen Raubkunstsachverhalten, kann dies zu Unverkäuflichkeit des Kunstwerkes führen.

V.i.S.d.P.: BANKHAUS ELLWANGER & GEIGER KG

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