IHK Südlicher Oberrhein

Auf die Plätze – fertig – Gründung!

Südlicher Oberrhein | 21.11.2017

Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs und die Jury mit Siegerin Gabriele Lichtwer aus Offenburg. Foto: IHK Südlicher Oberrhein
Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs und die Jury mit Siegerin Gabriele Lichtwer aus Offenburg. Foto: IHK Südlicher Oberrhein

Freiburg: Was benötigen Gründungswillige, Existenzgründer und Jungunternehmer für den Erfolg ihrer Firma? Bei den Ortenauer Gründertagen in dieser Woche in Rust, Straßburg und Offenburg erhielten Start-ups nicht nur kostenlos Fachwissen von Experten und Ratschläge von erfahrenen Unternehmern, sondern auch die Möglichkeit, ihre Geschäftsidee vor großem Publikum zu präsentieren.

Die vier Ortenauer Gründertage starteten am Montag mit dem Tageskongress der Initiative Wirtschaft 4.0 des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg im Europa-Park in Rust. Zahlreiche Impulsvorträge, Speed-Datings und mehr als 50 Infostände mit Ausstellern boten den Interessierten Wissenswertes rund um digitale Themen. Europa-Park Inhaber Roland Mack referierte als Keynote-Speaker über das Thema Digitalisierung im Freizeitpark. So sei beispielsweise Mack Media erst durch die Digitalisierung entstanden. Keynote-Speaker Martin Herrenknecht, Gründer des Schwanauer Tunnelvortriebsmaschinenherstellers, legte den Zuhörerinnen und Zuhörern nahe, Innovationen – so wie auch die Digitalisierung eine ist – nicht zu verpassen. Am Abend fand in Rust dann noch die Verleihung des CyberOne Hightech Awards Baden-Württemberg statt.

Tag zwei führte die Initiatoren der Ortenauer Gründertage – die IHK Südlicher Oberrhein, die Gründerinitiative der WRO „Startup Connect Ortenau“, die Handwerkskammer Freiburg, die Sparkasse Offenburg/Ortenau, die Volksbank in der Ortenau, die Hochschule Offenburg, die Kontaktstelle Frau und Beruf Freiburg – Südlicher Oberrhein sowie die CCI Alsace Eurométropole – über den Rhein nach Straßburg. Hier informierten sich zahlreiche gründungswillige Franzosen und Deutsche über ihre Möglichkeiten in Frankreich. Aber auch am Stand der IHK Südlicher Oberrhein herrschte reger Betrieb, berichtet Christian Müller, Berater Existenzgründung und Unternehmensnachfolge bei der IHK Südlicher Oberrhein: „Wir hatten rund 40 Anfragen von Franzosen, die sich für eine Gründung in Deutschland interessieren.“ Die deutsche Kammer hilft hier mit Wissen rund um das Thema. Müller: „Je nach Gewerbe kann sich eine Gründung bei uns eher lohnen als in Frankreich.“

Zwei erfolgreiche Unternehmer, die erst vor wenigen Jahren klein angefangen haben, erzählten am Mittwoch im Technologiepark (TPO) in Offenburg über ihre Wege in die Selbstständigkeit. Maik Förster startete 1990 mit der technischen Ausstattung der Schuldisko, 1999 folgte mit Stage Concept der Schritt in die Selbstständigkeit als Dienstleister für die Medien- und Veranstaltungswirtschaft. Heute hat er neben seinem Sitz in Rheinau Niederlassungen in Frankreich, Österreich und der Schweiz. Matthias Leibitz gründete sein Unternehmen T1tan im Nebenerwerb, bevor er sich voll und ganz seinem Traum vom perfekten Torwarthandschuh widmete.

Höhepunkt dieses Tages war der Wettbewerb „Regional Cup Südlicher Oberrhein“, der erste von 15 regionalen Vorentscheiden des Gründerwettbewerbs „Start-up BW Elevator Pitch“. Neun Wagemutige präsentierten im TPO innerhalb von drei Minuten, eben eine Fahrstuhlfahrt lang, ihre Ideen. Eine ausgewählte Jury bewertete Präsentation und Geschäftsmodell. Die Zuschauerinnen und Zuschauer durften dazu aus dem Bauch heraus ihren persönlichen Favoriten wählen.

Publikumsliebling wurde Sturzhelfer Hetti von Alexander Sperka und Marco Armbruster aus Offenburg. Sie haben ein System entwickelt, das älteren Menschen mehr Sicherheit bei Notfällen in ihrer häuslichen Umgebung bieten soll. Mithilfe des sogenannten Wearables, das wie eine Uhr am Handgelenk getragen wird, einer Basisstation mit Anschluss an das Telefonnetz sowie künstlicher Intelligenz werden Notsituationen erkannt und ein Notruf abgesetzt.

Die Jury machte Gabriele Lichtwer aus Offenburg mit Vacuventi zur Siegerin. Vacuventi ist ein System zur chemiefreien Verpackung und Lagerung sensibler Güter, zum Beispiel Kaffeebohnen, Tee, Gewürze oder Kleidung. Indem der Sauerstoffgehalt in den Verpackungsbehältnissen auf unter drei Prozent reduziert wird, werden Insekten und deren Eier abgetötet und Farbe und Aroma der Waren vor Oxidation geschützt. Gabriele Lichtwer erhielt ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro und sicherte sich gleichzeitig das Ticket für das Landesfinale in Stuttgart.

Am Donnerstag, dem letzten Tag der Ortenauer Gründertage, erhielten die Gründungswilligen, Existenzgründer und Jungunternehmer im Technologiepark in Offenburg Tipps, wie sie ein Bankengespräch führen. „Ein gut durchdachtes und geprüftes Konzept ist das A und O“, rät Christian Müller von der IHK Südlicher Oberrhein, „auch das Auftreten spielt eine zentrale Rolle.“ Weitere Informationen gab es an diesem Tag über öffentliche Fördermittel – von der Finanzierung über die Bürgschaft bis zum MikroCrowd Funding.

Erstmalig lief die Veranstaltung in diesem Jahr über vier Tage. Das Konzept kam an: Die Interessierten erstellten ihr individuelles Programm, ganz nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gestalteten sie ihren eigenen Stundenplan. „Mit mehr als 350 Besucherinnen und Besuchern allein im TPO waren die Gründertage 2017 ein voller Erfolg“, blickt Dominik Fehringer zurück. Für den Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO) ist das erst der Anfang: „Mit unserer Initiative ,Startup Connect Ortenau‘ haben wir in diesem Jahr gemeinsam mit unseren Partnern die Gründerszene in der Ortenau aktiviert. Diese Plattform wollen wir dauerhaft etablieren und stärken.“

V.i.S.d.P.: IHK Südlicher Oberrhein

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