badenova AG & Co. KG

Aus Maisstroh Energie gewinnen

Südlicher Oberrhein | 05.10.2017

Aus Maisstroh Energie gewinnen. Foto: badenova AG & Co. KG
Aus Maisstroh Energie gewinnen. Foto: badenova AG & Co. KG

Freiburg: Bei der landwirtschaftlichen Produktion entsteht Maisstroh als Abfall- und Reststoff. Daraus lässt sich Energie gewinnen. Wie man den ökologischen Rohstoff effizient erntet, untersucht ein Badenova-Innovationsfondsprojekt. Die verschiedenen Erntemethoden wurden im Rahmen eines Pressetermins von Badenova-Wärmeplus und dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) auf dem Feld vorgestellt.

Das Ziel des Pilotprojekts: Das restliche Maisstroh nach der Ernte der Kolben in Biogasanlagen zu Energie zu verarbeiten und hierfür eine intelligente Erntemethode entwickeln. Dies zu untersuchen ist wichtig, da auf bis zu 50 Prozent der Felder am Oberrhein Mais angebaut wird. Dieser wird vor allem zu Stärke für die Nahrungs- und Pharmaindustrie weiterverarbeitet. Anders als beim Silomais, wo die gesamte Pflanze verwendet wird, bleibt beim Körnermais das so genannte Maisstroh übrig. „Für gewöhnlich bleibt es auf dem Feld, wird gehäckselt und wieder in den Boden eingearbeitet“, so Matthias Hüger, Projektentwicklung Badenova-Wärmeplus.

Damit es energetisch nutzbar wird, testen Wärmeplus und LTZ gemeinsam mit landwirtschaftlichen Lohnunternehmern verschiedene Erntemethoden. Es wurde erprobt, inwiefern das Stroh als Substrat für Biogasanlagen geeignet ist und wie es um die Wirtschaftlichkeit bestellt ist. Die mit der Strohabfuhr verbundene Entnahme von Nährstoffen wird über die Rückführung von Gärresten aus der Biogasanlage wieder ausgeglichen, was die Bergung für Landwirte attraktiv macht. 

Der Versuch läuft seit 2015. U.a. wurde das „Maisgebiss“ der Firma Geringhoff getestet, das das Stroh in einem Schwad ablegt und anschließend von einem Häcksler mit Pick up aufgenommen wird. Als Schwad bezeichnet man das reihenförmig zusammengerechte bzw. abgelegte (geschwadete) Erntegut. Im vergangenen Jahr kam der Häckslervorsatz „Strohmax“ zum Einsatz, mit dem das Stroh, auch ohne dass es vorher auf Schwad abgelegt wird, vom Feld geborgen werden kann. In diesem Jahr wird außerdem der sogenannte BioChipper zur Maisstrohernte getestet. Mit diesem speziell für die Maisstrohernte konzipierten Mulcher kann das nach dem Mähdrusch auf dem Feld liegende Maisstroh ebenfalls effizient auf Schwad gelegt und anschließend mit einem Ladewagen aufgenommen werden.

Bis zu 60 Prozent Trockenmasse Stroh können so gewonnen werden. Der potenzielle Maisstrohertrag ist abhängig von der Sorte, der Feuchtigkeit des Rohstoffs, dem Witterungsverlauf sowie dem Ernteverfahren. Außerdem ist es wichtig, dass das Maisstroh rasch nach dem Mähdrusch vom Feld geborgen wird, bevor die Zersetzung beginnt. 

Für eine Reihe von Maissorten analysieren die Mitarbeiter von Badenova-Wärmeplus gemeinsam mit Experten des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg, welcher Zerkleinerungsgrad und welche Form der Silierung die höchsten Gaserträge ergeben. Silierung bedeutet, dass durch eine Milchsäuregärung das Erntegut konserviert wird. Notwendig ist dazu die Materialzerkleinerung in der Regel durch den Häcksler auf dem Feld und die Verdichtung durch Traktoren im Silo, um den Sauerstoffeinschluss möglichst gering zu halten. Ziel der Wärmeplus ist es, die Biogasanlagen der Badenova in Neuried und im Gewerbepark Breisgau mit Maisstroh aus dem Umland zu beliefern. Das Projekt reiht sich ein in den seit Jahren verfolgten Nachhaltigkeitsansatz der Badenova im Geschäftsfeld Biogas: Möglichst viel Reststoffe (zum Beispiel Apfel- und Traubentrester, Tabakstängel etc.) sollen zu Energie „veredelt“ werden. „Dies ist auch eine Antwort auf die „Tank- und Teller-Diskussion“, die vor allem aufgrund von großen Biogasanlagen im Norden und Osten Deutschlands aufgekommen ist“, sagt Matthias Hüger. Dort werde nach wie vor fast ausschließlich Silomais zur Biogasproduktion verwendet. 

Aufgrund des besonderen Vorbildcharakters erhielt das Projekt eine Förderung durch den Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz. 250 Pilotvorhaben aus dem Marktgebiet hat Badenova mit rund 27 Euro bislang Stand heute unterstützt. Das Projekt der energetischen Maisstrohnutzung erhält Unterstützung in Höhe von 205.234 Euro.

V.i.S.d.P.: badenova AG & Co. KG

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Südlicher Oberrhein

Neues auf B4B

Aufsteiger Bild Neu

Besuchen Sie unseren Stellenmarkt: Rund 1.200 freie Stellen für Fach- und Führungskräfte in Baden-Württemberg

Zum Stellenmarkt

Anzeige

Mediadaten

Alle Preise und Buchungsmöglichkeiten finden Sie in unseren Mediadaten.

Redaktionsadressen

Pressemitteilungen können Sie an unsere Redaktionsadressen senden.

Bildergalerien

Wochenrückblick abonnieren

Wochenrückblick klein

B4B Baden-Württemberg Wochenrückblick

Jeden Freitag die wichtigsten Wirtschafts-
nachrichten des Landes gesammelt im Überblick.