IHK Südlicher Oberrhein

Neujahrsempfang IHK Südlichen Oberrhein

Südlicher Oberrhein | 10.01.2018

Rund 1.800 Gäste feierten mit der IHK Südlicher Oberrhein den Neujahrsempfang. Foto: Thomas Kunz
Rund 1.800 Gäste feierten mit der IHK Südlicher Oberrhein den Neujahrsempfang. Foto: Thomas Kunz

Freiburg: Die IHK Südlicher Oberrhein hat am Montagabend im Freiburger Konzerthaus zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang begrüßt. IHK-Präsident Dr. Steffen Auer sprach auf dem Empfang von seinen Visionen für eine wachsende Wirtschaftsregion und rief die Gäste zu Mut und positivem Unternehmertum auf.

Der Wirtschaft am Südlichen Oberrhein geht es gut. „In allen Erhebungen 2017 liegt der Index der Geschäftslage auf dem höchsten Wert seit der Wiedervereinigung“, berichtete Auer in seiner Festrede. Fast 60 Prozent der Unternehmen in der Herbst-Befragung der IHK sagten „uns geht es gut“, lediglich drei Prozent seien unzufrieden. Auer: „Das gab es noch nie.“ Aus dieser starken Position heraus habe die Wirtschaft alle Möglichkeiten, bei den anstehenden großen Themen zu bestehen, beispielsweise der Digitalisierung oder der begonnenen Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt.

Für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg braucht es nach Ansicht des IHK-Präsidenten jedoch vor allem den Mut, Neues zu gestalten. „Hier ist eine aktive, visionäre Politik, aber auch ein positiv geprägtes und umsetzungsstarkes Unternehmertum gefragt“, betonte Auer. Mit Blick auf die derzeit stattfindenden Sondierungsgespräche forderte er von der Politik in Berlin, keine Steuererhöhungen durchzuführen, die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit in eine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit umzuwandeln sowie auf ein Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit zu verzichten.

Anschließend zeigte der Lahrer Unternehmer seine vier Visionen für eine erfolgreiche Wirtschaft auf. In der ersten Vision geht es um einen Wertewandel der Gesellschaft. „Unsere Gesellschaft sollte sich vom Weltmeister der Bedenkenträger und Skeptiker zum Weltmeister der Macher und Umsetzer wandeln“, forderte Auer. So könne beispielsweise die flächendeckende Stärkung des Schienennetzes, insbesondere der Güterverkehr auf der Rheintalbahnstrecke, nicht noch Jahrzehnte warten. Hier müssten Möglichkeiten geschaffen werden, um Großprojekte rechtssicher schneller umzusetzen und parallel die Bevölkerung gut einzubinden. Gleichzeitig sollte eine positive Einstellung gegenüber dem Unternehmertum in der Gesellschaft erreicht werden. „Finden wir wieder den gemeinsamen Geist, der das Wort „Made in Germany“ zu einer Marke gemacht hat“, appellierte Auer.

In seiner zweiten Vision rief Auer dazu auf, die Digitalisierung mehr als Chance und weniger als Problem zu begreifen, um die führende Nation in diesem Bereich zu werden. Neue Geschäftsmodelle würden durch Digitalisierung entstehen und bisherige Prozesse dadurch schlanker, transparenter und schneller. Auer: „Wir in unserer Region sollten darum kämpfen, uns in diesem Bereich richtig aufzustellen.“ Die Voraussetzung dafür sei jedoch ein flächendeckendes Glasfasernetz mit mehr als 100 Mbit/s Leistung für alle Gewerbegebiete und alle Haushalte. „Derzeit belegt die Region Südlicher Oberrhein den letzten Platz in Baden-Württemberg beim Punkt Glasfaserausbau, das kann nicht sein“, wies Auer auch die anwesenden Politiker auf den Handlungsbedarf in der Region hin. Gleichzeitig zeigte er die Rolle der IHK bei diesem Thema auf. „Wir als IHK Südlicher Oberrhein werden in den kommenden Jahren ein Projektbudget von mindestens einer Million aufsetzen, um Unternehmen beim Thema Digitalisierung zu beraten und fit zu machen. – Das wird eines der größten Teilprojekte, das wir jemals gemacht haben.“

Die Lösung des Fachkräftemangels war Auers dritte Vision. Hier seien vielseitige Maßnahmen nötig, um Deutschland und die Region südlicher Oberrhein attraktiv für gut ausgebildete Menschen zu gestalten. Zunächst seien Investitionen in das Schulsystem wichtig, damit genügend Fachkräfte nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für Medizin, Pflege oder Verwaltung zur Verfügung stehen. Auer: „Auch unsere Mitarbeiter müssen wir in den kommenden Jahren in ungeahnter Weise weiterbilden und umschulen, damit sie neue Themen wie beispielsweise Digitalisierung meistern können.“ Zudem sei ein neues Zuwanderungsgesetz nötig, das es erlaubt, qualifizierte Fachkräfte ins Land zu holen. Um Flüchtlinge zu integrieren, brauche es Deutschkurse in massivem Maße, erklärte der IHK-Präsident. Damit Unternehmen besser an Informationen kommen und Fragen zu den Verträgen klären können, engagiert die IHK seit zwei Jahren einen Flüchtlingskümmerer. Rund 70 von 170 Ausbildungsverträgen seien in enger Abstimmung mit dem Flüchtlingskümmerer geschlossen worden. „Um auch im Ortenaukreis stärker präsent zu sein, wird es ab diesem Jahr bei der IHK Südlicher Oberrhein noch einen weiteren Flüchtlingskümmerer geben“, kündigte Auer an.

Abschließend richtete der IHK-Präsident seinen Blick erneut auf die Wirtschaftsregion am südlichen Oberrhein. In seiner vierten Vision ist der südliche Oberrhein die dauerhaft wachsende Wirtschaftsregion in Deutschland und Europa. „Wir gehören schon heute zu den stärksten wachsenden Regionen in Deutschland. Um herauszufinden, welche Erfolgsfaktoren wir stärken können und welche Engpässe es noch gibt, starten wir als IHK eine Regionalstudie zum Thema Entwicklungsmöglichkeiten“, kündigte Auer an. Darüber hinaus habe die IHK natürlich bereits einen Fundus an Erfolgsgeschichten, die sie aufweisen kann. Hier brachte Auer als Beispiel das Entsendegesetz in Frankreich an. Durch Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sowie Gesprächen mit der französischen Arbeitsinspektion und dem französischen Arbeitsministerium das gesamte vergangene Jahr hindurch konnte die IHK erreichen, dass die angekündigten Regelungen gelockert wurden. Unter anderem entfalle nun die zunächst angedachte Gebühr von 40 Euro pro Entsendung. „Wir glauben an den Binnenmarkt und setzen uns nicht nur für seinen Erhalt, sondern auch für seine Vollendung ein, notfalls auch mit großer Beharrlichkeit“, fasste Auer zusammen.

Der Präsident endete seine Festrede mit einem Zitat von Thomas Edison: „Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung“ und betonte noch einmal seine erste Forderung: „Wir schaffen eine positive Einstellung in unserer Gesellschaft, die Veränderungen annimmt und etwas Positives daraus macht – und es dann auch umsetzt.“

V.i.S.d.P.: IHK Südlicher Oberrhein

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