Südwestmetall

M+E-Industrie steht vor großen Herausforderungen

Ulm (Region) | 13.12.2017

Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Herausforderungen. Foto: ©svedoliver/depositphotos.de
Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Herausforderungen. Foto: ©svedoliver/depositphotos.de

Ulm: Vor den nächsten Gesprächsrunden bei den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie warnen die Arbeitgeber vor den überzogenen Forderungen der IG Metall. „Die Möglichkeit für eine Arbeitszeitverkürzung ist überhaupt nicht gegeben. Wir gefährden unseren bislang gut funktionierenden Standort, wenn wir bei einem schon grassierenden Fachkräftemangel auf wertvolle Einsatzstunden der Mitarbeiter verzichten“, sagten Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall.

Die Metall- und Elektroindustrie stehe vor großen Herausforderungen im technologischen Wandel. Hier gelte es zusammenzuarbeiten, schließlich betreffe die Digitalisierung jedes Unternehmen, und diese müssten neue Geschäftsmodelle, neue Arbeitsorganisationen und neue Wertschöpfungsketten entwickeln. Dafür würden die Unternehmen viel Geld investieren müssen: in neue Techniken, in neue Maschinen, neue Abläufe, neue Wertschöpfungsstrukturen und in die Qualifizierung der Mitarbeiter. Zudem könne die angestrebte Regelung mit einem teilweisen Entgeltausgleich für bestimmte Beschäftigtengruppen (Beschäftigte mit Kindern, mit Pflegebedarf oder in Schichtarbeit) bei verkürzter Arbeitszeit wohl kaum als gerecht bezeichnet werden. Wenn eine Mutter ohne Tarifausgleich schon lange auf vier Tage zurückgeschraubt habe und nun ein männlicher Kollege ebenfalls von fünf auf vier Tage gehe und mehr Geld dafür bekäme, werde dies von der Belegschaft sicher nicht als gerecht empfunden werden.

Auch die IG Metall-Forderung nach einer 6-prozentigen Entgelterhöhung sei bei weitem überzogen und brächte viele Unternehmen an den Rand der finanziellen Leistungsfähigkeit. Dann fehle erst recht die Luft für Investitionen, wie es hieß. Die M+E-Industrie der Region befinde sich auf einem soliden Wachstumskurs. Dies beträfe aber nicht alle Bereiche und schon gar nicht jeden Betrieb. Jüngste Veröffentlichungen in der Presse über einige Unternehmen der Region verdeutlichten, wie eng prosperierende Unternehmen und ein sehr wettbewerbsintensiver Weltmarkt mit geringen Gewinnmargen miteinander verbunden sind. So blieben den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie im Durchschnitt 3,20 Euro pro 100 Euro Umsatz als Gewinn übrig.

V.i.S.d.P.: Südwestmetall

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