Agentur für Arbeit

Strategien gegen Fachkräftemangel beginnen bei der Azubisuche

bundesweit aus BW | 13.03.2019

Strategien gegen Fachkräftemangel beginnen bei der Azubisuche. Foto: ©Goodluz / depositphotos.com
Strategien gegen Fachkräftemangel beginnen bei der Azubisuche. Foto: ©Goodluz / depositphotos.com

Stuttgart: Die bundesweite „Woche der Ausbildung“ der Bundesagentur für Arbeit (BA) rückt das Thema Ausbildung vom 11.03. bis 15.03.2019 bei Arbeitgebern und Ausbildungssuchenden in den Fokus.

Bei Netze BW steht das Thema Nachwuchsförderung ganz oben auf der Agenda: Die Auszubildenden-Zahlen steigen seit 2013 an und das Unternehmen investiert in innovative Aus- und Weiterbildung. Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, stattete dem Stuttgarter Unternehmen anlässlich der Aktionswoche einen Besuch ab.

Die Gründe für das Aufstocken der Ausbildungsplätze kann Dr. Bernhard Beck, Arbeitsdirektor und Vorstand der EnBW, dem Mutterunternehmen von Netze BW, schnell skizzieren: „Unsere Branche befindet sich mitten in der Energiewende. Ob Netzausbau, Integration von erneuerbaren Energien, Elektromobilität, Breitbandausbau oder Digitalisierung – auf die Netze BW kommen einige Herausforderungen zu. Wir möchten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit für die elementar wichtigen Bestandteile einer modernen, lebenswerten Infrastruktur machen. Das beginnt bei der Ausbildung und setzt sich fort in Weiterbildung und Qualifizierung.“

Bei den technischen Ausbildungsgängen stiegen die Einstellungszahlen seit dem Jahr2013 von 120 auf 202 im Jahr 2019. Netze BW gehört außerdem zu den ersten Unternehmen, die Kaufleute für E-Commerce ausbilden. Als größte Herausforderung sieht Dr. Bernhard Beck insbesondere die rasante Geschwindigkeit bei der Entwicklung technischer Neuerungen, mit denen auch die Aus- und Weiterbildung im gewerblichtechnischen Bereich Schritt halten muss. Wie dies in der Praxis bewerkstelligt wird, beschreibt Bodo Moray, Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Personal & Services Netze BW: „Wir haben inzwischen spezielle netztechnische Trainings entwickelt, an denen nach und nach alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnehmen können. Daneben lernen unsere Auszubildenden von den Fachausbildern im Betrieb das Arbeiten an modernen E-Ladestationen, am Breitbandnetz oder nutzen digitale Techniken wie virtuelles Schweißen. Unsere Angebote in Aus-, Fort- und Weiterbildung stellen wir dabei auch anderen Partnern über Ausbildungskooperationen zur Verfügung“, berichtet Moray nicht ohne Stolz.

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, erkennt genau hier wichtige Lösungsansätze für die nächsten Jahre: „Nicht alle Unternehmen können so agieren wie Netze BW. Gerade kleine und mittelständische Betriebe können von solchen Ausbildungskooperationen profitieren, indem sie die Angebote bereits bestehender Ausbildungs- und Qualifizierungszentren ebenfalls nutzen. Wir wünschen uns deshalb noch mehr dieser Kooperationen, da der Bedarf an Qualifizierung aufgrund des digitalen Wandels steigen wird.“ Dabei kann die Bundesagentur für Arbeit dank des seit 01. Januar 2019 eingeführten Qualifizierungschancengesetzes bei der Umsetzung geeigneter Rahmenbedingungen auch finanziell unterstützen. Neben der Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit betont Scheele die Rolle der Arbeitgeber für eine gelingende Kooperation bei den künftigen Herausforderungen, die die Arbeitswelt an jeden von uns stellt. „Die Unternehmen wissen am besten, welche Qualifikation ihre Beschäftigten in Zukunft benötigen und sind damit erster Ansprechpartner für die Weiterbildung ihrer Belegschaft. Wir können dies mit Beratung und Fördermitteln unterstützen. Gemeinsam begleiten wir so Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Wandel der Arbeitswelt und helfen präventiv, damit die Menschen gar nicht erst arbeitslos werden.“ Die Agentur für Arbeit sei ein wichtiger Partner, wenn es um die Frage geht, wie Belegschaften für den digitalen Wandel fit gemacht werden können.

Bei der Suche nach Nachwuchs angesichts des hohen Fachkräftebedarfs arbeitet Netze BW eng mit der Stuttgarter Arbeitsagentur zusammen. Die Kooperation sei für beide Seiten wichtig, so Dr. Susanne Koch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Stuttgarter Arbeitsagentur. „Gerade angesichts der zuletzt sinkenden Bewerberzahlen für die duale Ausbildung in bestimmten Branchen und Bereichen – und dazu gehört auch die Energiebranche – ist es wichtig, die Unternehmen bei der Nachwuchsgewinnung zu unterstützen.“ Neben der Vermittlung nennt sie als Beispiel die gezielte Förderung auch leistungsschwächerer Bewerber. Doch die Stuttgarter Agenturchefin sieht noch weitere Personengruppen, die für Personaler Potenzial bergen: „Dazu gehört weiterhin, das Interesse von Mädchen auf vermeintliche Männerberufe zu lenken, an die sie selbst bisher nicht gedacht haben.“ Bei der Suche nach Bewerbern sei auch die nicht geringe Zahl an Studienabbrecherinnen und -abbrechern, die jedes Jahr die Hochschulen ohne Abschluss verlassen, ein interessanter Personenkreis. „Für die meisten kommt ein Studium erst mal nicht mehr in Frage. Sie setzen nun vor allem auf die duale Ausbildung. Nicht selten bringen sie Vorkenntnisse mit. Im Idealfall können diese zu einer Verkürzung der Ausbildung führen, so dass alle Beteiligten profitieren.“

Die Netze BW GmbH hat bewiesen, dass sie Vielfalt fördert und alle Bewerbergruppen anspricht. So wirbt Netze BW gezielt bei Mädchen für die MINT-Berufe in ihren Betrieben und engagiert sich nicht nur beim Girls Day, sondern bietet außerdem spezielle „girls weeks“. Seit 2016 hat das Unternehmen außerdem jährlich rund zwanzig jungen Menschen aus dem Kontext Flucht und Asyl eine dauerhafte Zukunft eröffnet, indem diese eine Einstiegsqualifizierung (EQ) – gefördert von der Agentur für Arbeit – von 12 Monaten durchlaufen. Allen, die diese erfolgreich durchlaufen haben, wurde ein Ausbildungsvertrag angeboten. Fast zwei Drittel befinden sich davon nun in einem Ausbildungsverhältnis; der erste EQ-Jahrgang von 2016 legt in dieser Woche bereits die Zwischenprüfungen als Elektroniker bzw. Anlagenmechaniker ab. Dieses Engagement sieht auch die Bundesagentur für Arbeit – und würdigt es. Detlef Scheele ließ es sich deshalb bei seinem Besuch in Stuttgart nicht nehmen, Bodo Moray, dem Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Personal & Services Netze BW, persönlich das offizielle Zertifikat für Nachwuchsförderung zu überreichen.

V.i.S.d.P.: Agentur für Arbeit

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