Handelsverband Baden-Württemberg e.V.

Dieselfahrverbot: Handelsverband unterstützt Fahrverbots-Gegner in Landtagsdebatte

landesweit in BW | 31.01.2019

Dieselfahrverbot: Handelsverband unterstützt Fahrverbots-Gegner in Landtagsdebatte. Foto:©Karneg / depositphotos.com
Dieselfahrverbot: Handelsverband unterstützt Fahrverbots-Gegner in Landtagsdebatte. Foto:©Karneg / depositphotos.com

Stuttgart: Nach einer Debatte im baden-württembergischen Landtag über die Fahrverbote zeigte sich der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) erfreut über die massive Kritik an den Fahrverboten. „Wir sind froh, dass die Politik das Problem erkannt hat“, sagte HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann.

Die Landtagsfraktionen von CDU, FDP hatten für eine Aussetzung der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide plädiert.

Das Dieselfahrverbot zeigt nach einer Umfrage des Handelsverbands erste negative Auswirkungen für die Händler – damit bewahrheiten sich die frühen Befürchtungen des Verbands, ein Fahrverbot könne die Branche zusätzlich unter Druck setzen. „Es ist das eingetreten, womit wir gerechnet haben. Unsere Warnungen sind Realität geworden“, sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands.

Nach der Umfrage des Handelsverbands bei etwa 150 Einzelhändlern gaben knapp 75 Prozent der Befragten an, negative Auswirkungen für ihr Geschäft zu registrieren. „Bisher waren die vorliegenden Ergebnisse eher so eine Ahnung“, sagte HBW-Hauptgeschäftsführerin Hagmann, „nun haben wir harte Fakten.“ Die negativen Folgen des Fahrverbots sind laut der Umfrage in allen wichtigen Bereichen eines Handelsgeschäfts spürbar – sowohl bei der Kundenstimmung, die sich stark verschlechtert habe, als auch bei Umsatz und Kundenfrequenz, die nach Beobachtung der Händler ebenfalls nach unten gegangen sind.

Der Handelsverband hatte bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres mit Nachdruck davor gewarnt, Fahrverbote einzuführen und diese als „unverhältnismäßig und auch unverantwortlich gegenüber allen betroffenen Gewerbetreibenden, Pendlern und Besuchern der vor Fahrverboten stehenden Innenstädte“ kritisiert. Vor allem der innerstädtische Handel habe unter der Entscheidung zu leiden, sagte Hagmann damals.

Angesichts der aktuellen Umfragewerte betonte Hagmann nun: „Wir bleiben dabei: Fahrverbote tragen neben schon jetzt fehlenden oder teuren Parkplätze sowie ständigen Sperrungen dazu bei, dass die Erreichbarkeit, die Versorgung und die Attraktivität und damit die Frequenz in den Innenstädten weiter sinken.“

Die Folge sei, dass Kunden immer mehr im Internet einkaufen, was der Umwelt auch nicht zugutekomme. „Wir sorgen uns enorm um den innerstädtischen Einzelhandel im Land, der immer wieder unter solchen politischen, fast schon willkürlichen Entscheidungen leidet und dies mit erheblichen Umsatzverlusten ausbaden muss.“

Der Verband beharrte auf seiner Forderung, die Fahrverbote auszusetzen, um zu pragmatischen Lösungen für Handel und Verbraucher zu kommen.

Hagmann verdeutlichte erneut, „dass wir als Handelsverband in keiner Weise gegen saubere Luft in den Innenstädten sind“. Aber die Bemühungen hierfür müssten wirtschaftlich verhältnismäßig und umfassend ausfallen. So fordert der Verband bereits seit längerer Zeit einen Masterplan zur Mobilität der Zukunft. „Dieser Masterplan muss jenseits ideologischer Ansätze ein Zukunftskonzept darstellen, das alle Interessen bedient“, so Hagmann.

V.i.S.d.P. Handelsverband Baden-Württemberg e.V.

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