Heidelberger Druckmaschinen AG

Heidelberg treibt digitale Transformation voran

landesweit in BW | 08.11.2018

PMC Commercial Opening Wiesloch. Foto: Heidelberg treibt digitale Transformation voran
PMC Commercial Opening Wiesloch. Foto: Heidelberg treibt digitale Transformation voran

Heidelberg: Das neue eingeführte Subskriptionsmodell führt auch nach sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/2019 bei der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) zu weiteren Zuwächsen bei Auftragseingang und –bestand. Nachdem bislang bereits 20 entsprechende Verträge unterzeichnet wurden, die den gesamten Lebenszyklus einer Druckmaschine inkl. Service, Software und Verbrauchsmaterialien abbilden und auch die Nachfrage nach Maschinen weiter solide ist, kletterte der Auftragseingang zum Halbjahr um rund 6 Prozent von 1.234 Mio. € auf 1.306 Mio. €.

Negative Währungseffekte von 17 Mio. € verhinderten einen noch besseren Wert. Der Auftragsbestand verbesserte sich sogar um 23 Prozent von 627 Mio. € auf 774 Mio. €. Aus den bereits unterzeichneten Subskriptionsverträgen über ein jährliches Bogenvolumen von rund 1 Mrd. Seiten werden über die Laufzeit von in der Regel 5 Jahren insbesondere über Serviceleistungen und Verbrauchsmaterialien Umsätze von bis zu 100 Mio. € erwartet.

„Das Subskriptionsmodell hat enormes Potenzial. Es verändert den Markt und es verändert unser Unternehmen. Wir treiben die digitale Transformation bei Heidelberg weiter voran“, kommentierte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg.

Die Umsetzung der Unternehmensstrategie in Richtung Digitalisierung schreitet voran. Druckereien in Europa, den USA und in China produzieren mit dem neuen Digitaldrucksystem Primefire bereits mit hoher Qualität und Produktivität für ihre Kunden. Mit der neu gegründeten Einheit Heidelberg Digital Unit wird zudem das E-Commerce-Geschäft zügig ausgebaut. Auch die IT wird im Rahmen einer digitalen Roadmap künftig noch stärker auf effiziente Prozesse und die Herausforderungen digitaler Geschäftsmodelle ausgerichtet.

Operativer Gewinn zum Halbjahr auf 62 Mio. € verbessert

Heidelberg konnte im Berichtszeitraum seine Umsätze um 6 Prozent auf 1.114 Mio. € (Vorjahr: 1.054 Mio. €) steigern. Dabei belasteten negative Währungseffekte mit insgesamt 15 Mio. €. Das EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis wurde zum Halbjahr von 60 Mio. € auf 62 Mio. € gesteigert; damit blieb die EBITDA-Marge mit 5,6 Prozent konstant. Das EBIT ohne Restrukturierungsergebnis erreichte mit 27 Mio. € trotz der aus dem neuen Tarifabschluss resultierenden Mehrkosten beim Personalaufwand den soliden Vorjahreswert. Geplante Restrukturierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung verursachten höhere diesbezügliche Aufwendungen von 5 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €). Zudem führte die Mitte Juli vollzogene Teilrückzahlung der bestehenden Hochzinsanleihe in Höhe von 55 Mio. € wie bereits kommuniziert zu einmaligen Transaktions- und Vorfälligkeitsgebühren. Daher verschlechterte sich das Finanzergebnis nach sechs Monaten von –24 Mio. € auf –28 Mio. €; es wird jedoch künftig durch geringere Zinszahlungen spürbar entlastet. Inklusive Einkommens- und Ertragsteuern verringerte sich das Ergebnis nach Steuern somit wie erwartet von einem ausgeglichenen Wert auf –6 Mio. €.

Als Folge erreichte der operative Cashflow mit 27 Mio. € nicht ganz den vergleichbaren Vorjahreswert von 35 Mio. €. Der Free Cashflow (–86 Mio. € gegenüber –32 Mio. €) wurde im Berichtszeitraum u.a. geprägt von einem Aufbau der Vorräte aufgrund des ansteigenden Auftragsbestands und des Hochlaufs im Bereich Digital sowie Investitionen in den Bau des Innovationszentrums am Standort Wiesloch-Walldorf. Das Eigenkapital lag mit 373 Mio. € deutlich über dem Wert zum 31. März 2018 (341 Mio. €), die Eigenkapitalquote kletterte entsprechend von 15 auf 17 Prozent. Trotz der saisonbedingt höheren Nettofinanzverschuldung von 320 Mio. € (Vorjahr: 259 Mio. €) zum 30. September 2018 lag der Leverage mit 1,8 erneut deutlich unter dem Zielwert von 2.

„Wir investieren verstärkt in die digitale Transformation des Unternehmens, wie im Oktober mit der Übernahme der MBO gezeigt“, sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand von Heidelberg. „Damit unterstreichen wir unsere strategische Ausrichtung, das Portfolio und neue Geschäftsmodelle konsequent auf die Wachstumssegmente Digital und Verpackung auszurichten.“

Unveränderte Gesamtjahresprognose: Moderates Wachstum bei Umsatz und Nachsteuergewinn erwartet

Angesichts der soliden Entwicklung in den ersten sechs Monaten bestätigt Heidelberg die Gesamtjahresziele für 2018/2019. So soll der Umsatz moderat zulegen. Hierdurch und dank anhaltender Effizienzsteigerungen soll die EBITDA-Marge ohne Restrukturierungsergebnis trotz höherer Tarifabschlüsse in einer Bandbreite von 7 bis 7,5 Prozent liegen. Angesichts voraussichtlicher Restrukturierungsaufwendungen von rund 20 Mio. € und der Einmalaufwendungen aus der Teilrückzahlung der Unternehmensanleihe sowie steigender Steueraufwendungen bei ausländischen Konzerntöchtern wird ein moderat steigendes Nachsteuerergebnis gegenüber Vorjahr (inklusive des einmaligen Steuereffekts 2017/2018) prognostiziert.

Auftragsbestand steigt durch Subskriptionsmodell deutlich an – steigende Umsatz- und Ergebniseffekten in Folgejahren

Für das Gesamtjahr 2018/2019 werden 30 Vertragsabschlüsse für das neue Subskripti-onsmodell erwartet, wodurch der Auftragsbestand weiter ansteigen wird. Aufgrund des unverändert großen Interesses internationaler Kunden soll die Anzahl der Verträge im kommenden Geschäftsjahr auf rund 100 steigen. Der Aufbau des neuen Geschäftsmo-dells wird zu Anfang nur relativ geringe, mittelfristig aber deutlich steigende Umsatz- und Ergebnisbeiträge liefern.

V.i.S.d.P.: Heidelberger Druckmaschinen AG

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