Schwäbische Zeitung

Etwas mehr "Germany first"

Bodensee-Oberschwaben | 10.07.2018

Etwas mehr "Germany first". Foto: ©gustavofrazao / depositphotos.com
Etwas mehr "Germany first". Foto: ©gustavofrazao / depositphotos.com

Ravensburg: China sucht nach der Zuspitzung im Handelsstreit mit den USA nach Verbündeten und umschmeichelt Deutschland als "natürlichen Partner". Auch wenn der Ruf Pekings zur Verteidigung des weltweiten Freihandels deutschen Interessen scheinbar entgegen- kommt, ist Vorsicht geboten. Eine steigende Zahl von deutschen Managern ist zunehmend beunruhigt ob des wachsenden Einflusses der chinesischen Wirtschaft in der Welt.

Die Sorge gründet sich nicht auf den Erfolg chinesischer Unternehmen an sich, sondern auf das Ziel der Wirtschaftsoffensive: Mit Beteiligungen und Firmenkäufen in aller Welt strebt die Volksrepublik nichts weniger als die "Wiedergeburt der großen, chinesischen Nation" an, wie es Staatschef Xi Jinping auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei erklärte. Der Kauf des Augsburger Roboterherstellers Kuka oder der Einstieg beim schwäbischen Autobauer Daimler sind strategische Investitionen, mit denen Peking Technologien ins Land holen will, die den Wettstreit um den künftigen Wohlstand entscheiden werden.

China will nicht mehr Werkbank, sondern Technologieführer sein. Mit Subventionen für die Industrien der Zukunft und erzwungenen Transfers ausländischer Technik versucht Peking, dem Ziel näher zu kommen. Dass nun eine chinesische Firma in Thüringen die erste Batteriezellenfabrik auf deutschem Boden baut, ist eine logische Folge dieser Politik. Zulieferern wie Bosch ist bewusst, dass sie im Wettbewerb mit hochsubventionierten chinesischen Staatskonzernen keine Chance haben.

Der Vorwurf des US-Präsidenten, China spiele nicht fair, ist nicht falsch, nur weil Donald Trump ihn äußert. Für Deutschland bedeutet das zweierlei: Zum einen muss Berlin darauf hinarbeiten, dass deutschen Unternehmen in China genau das erlaubt wird, was chinesichen Unternehmen in Deutschland erlaubt ist. Und zum anderen sollte Berlin über etwas "Germany first" nachdenken und deutsche Technologieunternehmen besser vor der Übernahme durch chinesische Investoren schützen.

(Quelle: ots)

V.i.S.d.P.: Schwäbische Zeitung

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