IHK Bodensee-Oberschwaben

IHK Prognose: 1,3 M illiarden Euro Wertschöpfungsverlust in 2019 durch Fachkräftemangel

Bodensee-Oberschwaben | 08.08.2019

IHK Prognose: 1,3 M illiarden Euro Wertschöpfungsverlust in 2019 durch Fachkräftemangel. Foto:©06photo / depositphotos.com IHK Prognose: 1,3 M illiarden Euro Wertschöpfungsverlust in 2019 durch Fachkräftemangel. Foto:©06photo / depositphotos.com

Weingarten: In den nächsten zehn Jahren fehlen der Region Bodensee-Oberschwaben im Schnitt jährlich 17.500 Fachkräfte. Davon rund 2.000 Akademiker und circa 15.500 Menschen mit beruflicher Qualifikation. Von diesen wiederum fehlen gut ein Drittel als Meister, Techniker, Fachkaufleute oder -wirte, also beruflich höher Qualifizier-te. Das sind Fachkräfte, die eine duale Ausbildung und anschließend eine Weiterbildung absolviert haben.

„Immer mehr Betriebe können neue Aufträge nicht annehmen, weil sie schlicht keine qualifizierten Bewerber für freie oder neu geschaffene Stellen bekom-men“, so Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben. Allein in 2019 fehlen der Region 19.000 Fachkräfte. Daraus ergibt sich laut Hochrechnung des IHK-Fachkräftemonitors für das Jahr 2019 ein Wertschöpfungs-verlust für die Region Bodensee-Oberschwaben von 1,3 Milliarden Euro. Das sind 4,8 Prozent der für 2019 erwarteten Bruttowertschöpfung für die Region Bodensee-Oberschwaben. „Derzeit stufen sechs von zehn regionalen Unternehmen den Fachkräf-temangel als Geschäftsrisiko Nummer eins für sich ein“, verweist Buck auf die IHK-Konjunkturumfrage. „Der Wertschöpfungsverlust, der durch mangelndes Personal ent-steht, kann sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzten. In 2030 könnten der Re-gion schon 31.000 Fachleute fehlen“, warnt Buck weiter.

Hauptursache für die zunehmende Fachkräfteknappheit ist der demografische Wandel. Während immer mehr Babyboomer in Rente gehen, rücken immer weniger Fachkräfte aus Berufsausbildung oder Hochschulen nach. In der Folge wird das Fachkräfteangebot innerhalb der elf Jahre bis 2030 um ein Fünftel schrumpfen. Sind es heute noch 226.000 Personen, werden 2030 nur noch 183.000 Qualifizierte für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Belegschaften der Unternehmen werden jedoch nicht nur kleiner, sie werden zudem immer älter: Das Durchschnittsalter der Beschäftigten wird zwischen 2019 und 2030 von 44 Jahren auf 47 Jahre ansteigen.

Die IHK unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe mit einem vielfältigen Angebot, um möglichst viele Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. Zentrale Säulen sind dabei duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung. Auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie birgt Potenziale bei der Beschäftigung vor allem von gut qualifizierten Frauen. Zudem setzt sich die IHK für ein modernes Zuwanderungsgesetz ein, um die Anwerbung von Qualifizierten im Ausland zu erleichtern.

V.i.S.d.P.: IHK Bodensee-Oberschwaben