Rolls-Royce Power Systems AG

Rolls-Royce Power Systems feiert 100 Jahre Ausbildung

Bodensee-Oberschwaben | 12.04.2019

Programmierung und Überwachung eines kollaborativen Roboterarms in der MTU-Ausbildung. Foto: Rolls-Royce Power Systems AG
Programmierung und Überwachung eines kollaborativen Roboterarms in der MTU-Ausbildung. Foto: Rolls-Royce Power Systems AG

Friedrichshafen: Die Friedrichshafener MTU-Berufsausbildung von Rolls-Royce feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Als erstes Unternehmen der Region Bodensee-Oberschwaben hatte das MTU-Vorgängerunternehmen Maybach-Motorenbau GmbH im Jahr 1919 die Einrichtung einer dauerhaften Lehrwerkstatt mit eigener Werkschule beschlossen. Seither erlernten rund 8.000 junge Menschen bei MTU Friedrichshafen ihren Beruf oder absolvierten ein duales Studium.

„Die grundsätzliche Motivation, eine vorbildliche, aufwändige Ausbildung anzubieten, hat sich seit Karl Maybachs Zeiten nicht geändert: Das Unternehmen braucht Fachkräfte auf hohem Niveau, um Spitzenleistungen bieten zu können“, sagt Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems. Die Ausbildung müsse sich mit dem Unternehmen bewegen. „Und wir bewegen uns gerade massiv“, so Schell weiter. Die Auszubildenden spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Strategie PS 2030: das Kerngeschäft rund um den Verbrennungsmotor ausbauen und gleichzeitig mit Hybridisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung das Unternehmen zum Lösungsanbieter transformieren. Deshalb, so Schell, sei es essentiell wichtig, neben den bewährten Berufsbildern neue anzubieten, die die Strategie unterstützen.

„Eine innovative Berufsausbildung ist das Herzstück unserer Nachwuchsförderung. Die Verbindung von praktischer Ausbildung und theoretischem Unterricht im Unternehmen war vor 100 Jahren eine innovative Idee. Seither ist unsere Ausbildung auf der Höhe der Zeit, indem sie sich immer wieder den aktuellen Entwicklungen anpasst. Deshalb setzen wir in der Ausbildung heute beispielsweise auf Digitalisierung und Zukunftstechnologien wie kollaborative Roboter“, sagt Marcus A. Wassenberg, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor von Rolls-Royce Power Systems. Jüngstes Beispiel: Auszubildende haben eine Modell-Automatisierungsanlage so erweitert, dass sie mittels Tablet oder Smartwatch gesteuert werden kann.

Thomas Bittelmeyer, Betriebsratsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems betont: „Ich bin stolz, in einem Unternehmen zu arbeiten, das seit Jahrzehnten die Tradition der Ausbildung pflegt und weiter ausbaut. Ausbildung ist nicht automatisch ein Erfolgsmodell. Zum Erfolg braucht es gute Ausbilderinnen und Ausbilder, die eine super Arbeit machen. Es waren und außerdem viele Mitstreiter und Unterstützer notwendig, damit wir dieses seltene Jubiläum feiern können.“

Den gemeinsamen hohen Anspruch unterstrich die Podiumsdiskussion während der Auftaktveranstaltung, mit der am Donnerstag, 11. April, die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen begann. Unter dem Titel „Gute Ausbildung – Fundament einer Gesellschaft“ diskutierten vor den geladenen Gästen Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems, Helene Sommer, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, Sabine Schuler-Seckinger, Leiterin der St. Elisabeth Mädchen- und Jungenrealschule Friedrichshafen, und Norbert Veser, Vice President Safety & Quality Management bei Rolls-Royce Power Systems und einst Auszubildender bei MTU. Sogar ein eigenes Azubi-Orchester haben die derzeitigen Auszubildenden für diesen Abend gegründet.

Lange Nacht der Technik zeigt Zukunftsfähigkeit

Rolls-Royce Power Systems investiert im Jubiläumsjahr erneut in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Ausbildungsbetriebs. Wie sich die Berufsausbildung künftig entwickeln wird, erfahren die Besucher der Langen Nacht der Technik und Innovation am Freitag, 17. Mai, mit einem breiten Themenspektrum von der Digitalisierung bis zum 3D-Druck. Die Eröffnungsveranstaltung zur Langen Nacht der Technik und Innovation wird aus Anlass des Ausbildungsjubiläums bei Rolls-Royce Power Systems stattfinden.

Zukunftswerkstatt

Die Ausbildungswerkstatt wird im Jubiläumsjahr umgebaut und erhält ein Angebot, das die jungen Menschen auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 vorbereiten wird. „Gemeinsam mit unseren Auszubildenden und Studenten der Dualen Hochschule werden wir unsere eigene I-4.0-Anlage aufbauen. Es ist uns wichtig, Auszubildenden und Ausbildern für neue Technologien und Entwicklungen der Arbeitswelt reichlich Gelegenheit zu geben, sich mit Zukunftsthemen zu befassen“, sagt Ausbildungsleiter Martin Stocker. Pünktlich zum Ausbildungsstart im September 2019 soll die neue Ausbildungswerkstatt bezogen. werden.

Neue Ausbildungsgänge für Informatiker

In zwölf gewerblichen und kaufmännischen sowie in vier dualen Studiengängen wird der Berufsnachwuchs am Bodensee ausgebildet. Mit dem Wandel hin zu mehr Digitalisierung und Elektrifizierung nimmt Rolls-Royce Power Systems neue Berufsfelder auf: Ab dem September 2019, wenn rund 84 Auszubildende und DH-Studenten ihre Ausbildung beginnen, ergänzen sechs zusätzliche Ausbildungs- und Studienplätze für Informatikspezialisten das Angebot. Denn das Unternehmen benötigt mit seiner neuen strategischen Ausrichtung mit Elektrifizierung, Hybridisierung und Digitalisierung Mitarbeiter mit anderen Qualifikationen als bisher.

Poetry Slam und Tec-Boxen

Auf Kreativität ausgerichtet ist auch eine weitere Veranstaltung, die vor allem jüngeres Publikum anspricht: Eine Poetry-Slam-/Pecha-Kucha-Night am 25. Juli in Friedrichshafen. Diese Partynacht wir von der Jugend-und Auszubildendenvertretung der MTU-Azubis organisiert. Technikbegeisterung zu wecken ist das Ziel einer weiteren Aktion: die MTU-Ausbildungsabteilung wird im Sommer so genannte Tec-Boxen an Schulen in der Region übergeben.

Berufsausbildung damals und heute

Die Geschichte der dualen Berufsausbildung in Friedrichshafen begann im Jahr 1919 mit der Entscheidung, eine dauerhafte Lehrwerkstatt in enger Verbindung mit einer eigenen Werkschule zu installieren. Vorausgegangen war eine Anlernschule für Frauen und Jugendliche im Ersten Weltkrieg. Sie waren angelernt worden, um trotz des Krieges die stark wachsende Motorenproduktion aufrecht zu erhalten. Die positiven Erfahrungen mit der Heranführung zu Facharbeitern veranlasste die MTU-Vorgängergesellschaft Maybach-Motorenbau GmbH gemeinsam mit anderen Betrieben des Zeppelin-Konzerns, zu dem Maybach damals gehörte, eine hochwertige Lehrwerkstatt für technische Berufe einzurichten. Im Mai 1920 wurde diese eröffnet. Ende des Jahres 1920 verzeichnete das Unternehmen bereits 112 Lehrlinge. Im Jahr 1921 wurde das Gebäude für die Werkschule, die für alle Lehrlinge der Betriebe der Zeppelin-Stiftung offen stand, fertiggestellt. Unterricht erteilten Gewerbeschullehrer und Maybach-Ingenieure. Nach 1945, als der Zweite Weltkrieg vorüber war, wurde die Lehrwerkstatt neu eingerichtet und erweitert, auch im kaufmännischen Bereich. Durch das Zusammengehen von Daimler und Maybach in den 1960er-Jahren kamen weitere Räume im MTU-Werk 2 in Manzell dazu.

Qualifikation und Persönlichkeitsbildung

Heute ist die Ausbildung im MTU-Werk 1 in Friedrichshafen konzentriert. Das vielfältige Ausbildungsangebot erstreckt sich derzeit über zwölf gewerbliche und kaufmännische Berufe. Daneben bietet das Unternehmen vier duale Studiengänge in den Bereichen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik und BWL-Industrie an. Derzeit werden 189 Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule ausgebildet. Dabei kommt es Ausbildungsleiter Martin Stocker nicht nur auf das Vermitteln fachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Großen Wert legt die MTU-Ausbildung auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen. Stocker: „Es ist auch unsere Aufgabe, unsere Nachwuchskräfte in ihrer Persönlichkeit auf das Berufsleben vorzubereiten. Fachliche Qualifikation alleine reicht dabei nicht. Wir wollen Mitarbeiter mit Kreativität und Charakter. Das wird künftig wichtiger denn je sein“, so Stocker. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Ausbilder. 8 der 14 Ausbilder in Friedrichshafen haben sich zu Aus- und Weiterbildungspädagogen oder zum Berufspädagogen weitergebildet.

Exportschlager MTU-Ausbildung

Eine fundierte Berufsausbildung bietet Rolls-Royce Power Systems nicht nur in Friedrichshafen sowie den anderen deutschen Standorten Augsburg, Magdeburg, Ruhstorf, sondern auch im Ausland, beispielweise in Bergen (Norwegen). USA-weit machte die MTU-Ausbildung Schlagzeilen als das Unternehmen im MTU-Werk in Aiken (South Carolina) eine duale Ausbildung nach deutschem Vorbild einrichtete, um qualifizierte Fachkräfte heranzuziehen. Auch im Werk in Mankato (Minnesota) bietet das Unternehmen duale Ausbildung für Berufsanfänger.

V.i.S.d.P.: Rolls-Royce Power Systems AG

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