ZIEHL-ABEGG SE

Linienbus mit Brennstoffzelle fährt 450 km elektrisch

Heilbronn-Franken | 22.09.2016

Stadtbusse mit Brennstoffzelle, Foto: ZIEHL-ABEGG SE
Stadtbusse mit Brennstoffzelle, Foto: ZIEHL-ABEGG SE

„Linienbusse können ihre Reichweite verdoppeln, obwohl die Batteriepakete kleiner als bisher sind“, sagt Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg. Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover werden zwei Stadtbusse gezeigt, die mittels Brennstoffzelle als Range Extender die Batterie während der Fahrt wieder aufladen.

Die Busse sind von den polnischen Busbauern Ursus Bus und Lider Trading, die Brennstoffzelle kommt aus den Niederlanden von HyMove. Die Batteriepakete liefert das deutsche Unternehmen BMZ. Der weltweit unerreichte Wirkungsgrad von gut 90 Prozent ist durch die Radnabenmotoren von Ziehl-Abegg möglich.

Der Messestand von Ziehl-Abegg befindet sich in Halle 11, Stand C17. Die Busse sind auf der IAA Nutzfahrzeuge ausgestellt im Freigelände, Stand S147 und T147 (südlich CC). Dort sind auch die Vertreter der Bushersteller Lider Trading (Solbus) und Ursus Bus vertreten.

Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist in vielen Städten bereits festgeschrieben. Doch die bisher mögliche Reichweite elektrischer Busse wird oft als zu gering empfunden, die Ladezeit als zu lange wahrgenommen. Diese Hemmnisse bei der Markteinführung von vollelektrischen Fahrzeugen wird etwa mit Range-Extendern (Reichweitenverlängerer) begegnet. Dieselaggregate zum Aufladen der Batterien sind günstig, doch widersprechen dem nachhaltigen Konzept vieler Kommunen und Betreiber.

Der Range-Extender in Form einer Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt Strom aus einem rasch nachtankbaren Brennstoff. Zudem kann anfallende Abwärme zur Fahrzeugbeheizung genutzt werden. Brennstoffzellen verursachen keine lokalen Emissionen, sind extrem geräuscharm und bei Verwendung von „grünem“ Wasserstoff CO2-frei. Mit Range-Extender fahren die neuen Linienbusse von Ursus und HyMove rund 450 Kilometer. Möglich ist dies auch, weil der Elektromotor ZAwheel direkt in der Radnabe sitzt. Dadurch sind „Energieschlucker“ wie Getriebe und Differential überflüssig – der Wirkungsgrad des Antriebs liegt bei gut 90 Prozent. Dieser bislang unerreichte Wirkungsgrad macht sich auch beim Bremsen positiv bemerkbar, wenn das ZAwheel die Batterien wieder auflädt (Rekuperation).

Zeitersparnis mit Brennstoffzelle: Volltanken in zehn Minuten

Der Vorteil einer Brennstoffzelle ist auch die Zeitersparnis. Denn ein Tankvorgang dauert gerade

einmal zehn Minuten. Damit fahren die Elektrobusse in einer Klasse mit konventionellen Dieselfahrzeugen, was Reichweite und Nachtankzeit betrifft – allerdings sehr umweltfreundlich und leise.

Der Elektrobus von Lider Trading (Solbus) fährt seit Sommer in Apeldoorn-Arnheim beim Verkehrsunternehmen Syntus in der Linie. Dabei handelt es sich um einen zwölf Meter langen Stadtbus mit 35 Sitzplätzen und 42 Stehplätzen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h. Der Verbrauch liegt bei 6,8 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer. Die Radnabenantriebe haben eine maximale Leistung von 364 kW.

Der Elektrobus von Ursus „City Smile” ist ebenfalls zwölf Meter lang. Er bietet 29 Sitzplätze und 47 Stehplätze.

Die Brennstoffzelle in beiden Bussen besteht aus zwei Modulen (je 30 kW), die vollständig redundant sind. Die maximale Leistung sind 60 kW. Der Wasserstofftank hat in jedem Bus eine Kapazität von 30 Kilogramm bei 350 bar.

V.i.S.d.P.: ZIEHL-ABEGG SE

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