Hochschule Pforzheim

Neues Online-Tool „Green Check your Idea“

Nordschwarzwald | 25.10.2019

Neues Online-Tool „Green Check your Idea“. Foto: ©sirinapawannapat.gmail.com / depositphotos.com
Neues Online-Tool „Green Check your Idea“. Foto: ©sirinapawannapat.gmail.com / depositphotos.com

Pforzheim: Unternehmerisches Denken fördert neue Ideen. Viele motivierte Menschen entwickeln als Gründer ihre eigene Geschäftsidee und bringen sie auf den Weg in Markt und Gesellschaft. Wie können sie aber sicherstellen, dass aus einer Innovationsidee auch ein umweltfreundliches Produkt wird? Hier setzt das neue Online-Tool „Green Check your Idea“ an.

Es zeigt auf, wie Innovationsideen nach ökologischen Gesichtspunkten bewertet und optimiert werden können. Entstanden ist dieses Tool in einer Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim und Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg (UTBW). Es steht Interessierten ab sofort zur Verfügung.

„In den frühen Phasen eines Innovationsprojekts bestehen die größten Einflussmöglichkeiten auf die Merkmale und Eigenschaften eines Produkts, die später zu negativen Umweltwirkungen führen können“, erläutert Dr. Claus Lang-Koetz, Professor für Nachhaltiges Technologie- und Innovationsmanagement an der Hochschule Pforzheim. Die Idee, ein Tool zu entwickeln, griff Annika Reischl, mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeiterin am INEC, auf und arbeitete sie im Rahmen ihrer Bachelorarbeit detailliert aus. „Die Herausforderung bestand darin, eine möglichst einfache und praxisnahe Vorgehensweise zu entwickeln, und dabei sicher zu stellen, dass grundlegende wissenschaftliche Prinzipien eingehalten werden können“, so Annika Reischl. In Coaching-Sessions mit Start-ups fanden erste Tests statt. Das Feedback war positiv, sodass entschieden wurde, das Konzept in ein Online-Tool umzusetzen.

„Für uns ist wichtig, grüne Ideen schon in der Frühphase kennenzulernen, damit wir unterstützen oder vernetzen können“, so Dr.-Ing. Hannes Spieth, Geschäftsführer von Umwelttechnik BW, „neben den Coaching-Angeboten während unserer Start-up-Events ist ein ganzjähriges, niederschwelliges Angebot wie ein Online-Tool ein logischer Schritt.“ Die Landesagentur vergab daher einen Auftrag zur informationstechnischen Umsetzung.

Wie funktioniert das Ganze? In einem ersten „Quick Check“ können Nutzer ihre Idee und bisherigen Aktivitäten bewerten. Anschließend können sie mit Lehrvideos, in denen erste Ansätze der Bewertung von ökologischen Aspekten erklärt werden, tiefer in die Thematik einsteigen. Das neue Wissen kann schließlich in interaktiven Elementen des Tools auf die eigene Idee angewendet werden. Ergebnisse sind speicher- und exportierbar, um die Thematik auch im Laufe der Weiterentwicklung der Idee weiterverfolgen zu können.

„Es ist uns wichtig mithilfe des Tools aufzuzeigen, dass ein Blick auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts bereits von Anfang an von hoher Bedeutung ist und auch im Sinne einer Circular Economy gedacht wird“, betont Florian Sorg, Projektleiter Kreislaufwirtschaft und Ökodesign bei Umwelttechnik BW.

Im Online-Tool können der ökologische Produktlebenszyklus skizziert und Prozesse von der Rohstoffgewinnung und -bereitstellung, über die Produktion, die Verpackung und den Transport sowie die Nutzung bis hin zum Recycling und der Entsorgung näher betrachtet werden. Auf diese Weise werden Schwachstellen aufgedeckt und potenzielle Umweltwirkungen analysiert.

Welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Produkte hinsichtlich ökologischer Aspekte zu optimieren wird anhand von Ökodesignprinzipien für die unterschiedlichen Lebenszyklusphasen dargestellt. Hier können Handlungsbedarf und erste Angriffspunkte zur Optimierung der eigenen Idee identifiziert werden.

V.i.S.d.P.: Hochschule Pforzheim

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