IHK Ostwürttemberg

Fachkräftemangel bedroht Wirtschaftswachstum

Ostwürttemberg  | 08.05.2018

BU: Gute Stimmung bei der Mitgliederversammlung nach einem erfolgreichen Jahr der Start-up-Region Ostwürttemberg.  Foto: IHK
BU: Gute Stimmung bei der Mitgliederversammlung nach einem erfolgreichen Jahr der Start-up-Region Ostwürttemberg. Foto: IHK

Heidenheim: Der Fachkräftemonitor der baden-württembergische IHKs wurde mit aktuellen Zahlen veröffentlicht. Für die Region Ostwürttemberg wird demnach bis zum Jahr 2030 mit einem absoluten Engpass in Höhe von 19.000 Fachkräften (relativ 13,0 Prozent) gerechnet.

Der in den nächsten Jahren weiter zunehmende Fachkräftemangel bedroht auch das Wirtschaftswachstum in Ostwürttemberg. Laut den aktuellen Daten aus dem Fachkräftemonitor des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) werden im Jahr 2030 in Ostwürttemberg über alle Branchen hinweg fast doppelt so viele Fachkräfte fehlen wie heute. Beträgt der Fachkräftemangel in diesem Jahr bereits rund 10.000 Personen, so wird er sich in den nächsten zwölf Jahren auf 19.000 Personen vergrößern. „Die anhaltend gute Konjunktur, über die wir uns alle freuen, bringt mit sich, dass immer mehr Betriebe unter dem Mangel an Fachkräften leiden“, sagt Markus Maier, Präsident der IHK Ostwürttemberg. So nennen in der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage vom Jahresbeginn über zwei Drittel der befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko Nummer Eins. „In der Zukunft schlägt sich aber auch der demografische Wandel immer mehr auf dem Arbeitsmarkt nieder. Wir müssen alle Potenziale heben, die der Fachkräftesicherung dienen“, erklärt Maier.

Langfristig kommt laut IHK-Fachkräftemonitor dem demografischen Wandel sogar die größere Bedeutung zu: Liegt das Angebotspotenzial in Ostwürttemberg 2018 bei 154.000 Fachkräften, so fällt es unter anderem demografisch bedingt bis zum Jahr 2030 um ca. 18 Prozent auf 127.000. Da die Nachfrage konstant über dem Angebot verläuft, ist über den gesamten Zeitverlauf mit Engpässen zu rechnen.

Die größten Engpässe bestehen in Ostwürttemberg in diesem Jahr mit über 1.300 fehlenden Fachkräften bei ausgebildeten Büro- und Sekretariatsfachkräften, mit 1.200 fehlenden Fachkräften bei den technische Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufen und 970 fehlenden Fachkräften bei Maschinenbau und Betriebstechnik Diese Engpässe werden bis 2030 weiter zunehmen - auf 1.830 bzw. 2.240 Fachkräfte. Bei Maschinenbau und Betriebstechnik sinkt der Engpass leicht auf 730 fehlende Fachkräfte.

Weitaus stärker wird sich die Mangelsituation bei den Erziehern, Sozialassistenten und anderen Berufen aus dem Bereich Erziehung, Soziales und Hauswirtschaft zuspitzen. Hier steigt der Personalmangel auf 2.090 im Jahr 2030 an. Diese Berufsgruppe gehört im Jahr 2018 nicht zu den Top 10 Engpassberufen. Auch der Bedarf an Fachkräften in medizinischen Gesundheitsberufen wird im Jahr 2030 bei 1.340 liegen. Grund hierfür ist der demografische Wandel. Innerhalb des Berufsgruppenrankings könnte der erhöhte Bedarf nach Fachkräften in den medizinischen Gesundheitsberufen eine mittelbare Folge dieses gesellschaftlichen Wandels, also einer alternden Gesellschaft, sein.

Aktuell ist der Bedarf nach beruflich qualifizierten Fachkräften mit technischer Ausrichtung wie in den vorigen Jahren ungebrochen hoch. Dies schlägt sich in einem prognostizierten Engpass in Höhe von über 6.800 Fachkräften nieder. Mittelfristig wird sich diese Engpasssituation etwas entschärfen. Allerdings ist längerfristig eine Rückkehr zur derzeit vorherrschenden Engpasssituation zu erwarten, sodass auch 2030 rund 6.200 fehlen werden. Im Gegensatz zu den technisch orientierten Fachkräften ist die Lage für die kaufmännischen Fachkräfte durch eine etwas andere Entwicklung gekennzeichnet. Im Jahr 2018 liegt der Engpass mit ca. 2.000 noch unter dem für technisch orientierte Fachkräfte. Kleinen mittelfristigen Fluktuationen zum Trotz werden 2030 rund 12.300 Fachkräfte in Ostwürttemberg fehlen. Bei den Akademikern fehlen zurzeit knapp über 1.000 Fachkräfte; über die Hälfte davon Ingenieure. Nach einer leichten Entspannung ist bis zum Jahr 2030 mit einem Engpass in Höhe von 1.200 fehlenden Akademikern zu rechnen.

IHK-Präsident Maier: „Die Daten aus dem Fachkräftemonitor zeigen, dass wir vor allem bei den betrieblich ausgebildeten und fortgebildeten Fachkräften für ausreichend Nachwuchs sorgen müssen.“ Zwar würden künftig auch Fachkräfte mit Hochschulabschluss gebraucht, aber längst nicht so viele, wie beruflich ausgebildete. Die IHK Ostwürttemberg setzt sich daher weiter ein für die Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie noch stärker als bislang für eine gute Berufsorientierung an der Schnittstelle Schule – Beruf.

V.i.S.d.P.: IHK Ostwürttemberg

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