IHK Ostwürttemberg

IHK-Vollversammlung

Ostwürttemberg  | 23.04.2018

V.l.: R. Feil, M. Eberle, M. Maier, B. Wagenblast, F. Brütting, U. Betzold, F. A. Rieger und B. Richter. Foto: IHK
V.l.: R. Feil, M. Eberle, M. Maier, B. Wagenblast, F. Brütting, U. Betzold, F. A. Rieger und B. Richter. Foto: IHK

In ihrer Auswärtssitzung bei der Richter Lighting Technologies GmbH in Heubach traf die IHK-Vollversammlung am 18. April 2018 zahlreiche Personalentscheidungen. Diese reichten von Nachwahlen in Ausschüsse über Nachrücken in die Vollversammlung bis zur teilweisen Neubesetzung des Präsidiums.

Daneben standen die Digitale Agenda für Ostwürttemberg und die mittelfristige Wirtschaftsplanung der IHK für den Zeitraum 2019 bis 2021 sowie das regionale Talent- und Start-up-Event „Make Ostwürttemberg“ auf der Tagesordnung. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab Bürgermeister Frederick Brütting Einblicke in die Entwicklung Heubachs als Wirtschaftsstandort und der Geschäftsführer der Richter Lighting Technologies GmbH, Bernd Richter, sprach über seine Firmenphilosophie.

IHK-Präsident Markus Maier äußerte in seinem einleitenden Bericht, dass Konjunktur und Arbeitsmarkt gleichermaßen unter Starkstrom stünden. Dies zeigten nicht nur aktuelle Konjunkturbefragungen der IHK-Organisation, sondern auch die Gespräche unter Kollegen. Auch auf dem Arbeitsmarkt herrsche besondere Hochspannung, so Präsident Maier. Die Situation auf dem Fachkräftemarkt in der Region und ebenso die Frage, wie die Wirtschaft künftig noch mehr Beschäftigte von Außerhalb für die Unternehmen rekrutieren könne, bereiteten zunehmend und immer dringlicher Sorge. Auch deshalb liege ein Fokus der Vollversammlungssitzung auf den Themen Digitalisierung, junge Talente sowie Kooperations- und Netzwerkmöglichkeiten für etablierte Unternehmen mit jungen Gründern. IHK-Präsident Maier: „Mit der heute zur Verabschiedung stehenden digitalen Agenda für Ostwürttemberg nehmen wir als Parlament der Wirtschaft und IHK-Organisation unsere originäre und gesetzliche Aufgabe der Gesamtinteressenvertretung und Politikberatung auch in diesem Gebiet verstärkt und besser wahr.“ Was die Stadt Heidenheim im September diesen Jahres als Veranstalter der „Make Ostwürttemberg“ gemeinsam mit dem Verein der Start-Up-Region Ostwürttemberg auf die Beine stelle, so Maier weiter, sei Wirtschaftsförderung erster Klasse. Denn sie greife das Thema der jungen Talente, des Nachwuchs-Recruitings und der Start-up-Förderung bestens auf.

Personelle Veränderungen

IHK-Präsident Maier erläuterte, dass das Präsidium insgesamt zwei Zuwahlen in die Vollversammlung für notwendig erachte. Denn nach dem Ausscheiden von Dr. Hubert Lienhard, bis April 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung der Voith GmbH & Co. KGaA, ist ein für die Raumschaft Heidenheim ebenso prägendes wie umsatzstarkes Unternehmen nicht mehr in der Vollversammlung vertreten. Auch der hohen Bedeutung des Kreditgewerbes sei nach Ausscheiden von Carl Trinkl, ehemals Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb, in der Vollversammlung nicht mehr entsprochen. Um diese Gewerbezweige entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wieder angemessen zu repräsentieren und, um die Spiegelbildlichkeit des Gremiums zu erhalten, hat das Präsidium daher einstimmig je eine Zuwahl für die Wahlgruppe Industrie im Wahlbezirk Heidenheim sowie eine Zuwahl in der Wahlgruppe Banken/Versicherungen durchzuführen. Die Vollversammlung wählte einstimmig Stephan Schaller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Voith GmbH & Co. KGaA, bzw. Dieter Steck, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Heidenheim, in die Vollversammlung zu.

Neue Präsidiumsmitglieder

Auch wurden Nachwahlen in das IHK-Präsidium durchgeführt. Nachdem dieses Gremium künftig mit sechs statt bisher fünf Vizepräsidenten zu besetzen ist, waren drei Nominierungen notwendig. Dem einstimmigen Beschluss des Präsidiums entsprechend wurden Ulrich Betzold, Geschäftsführer der Arnulf Betzold GmbH, Ellwangen; Rudi Feil, Geschäftsführer der GEO DATA Gesellschaft für geographische Datenverarbeitung mbH, Westhausen; und Voith-Chef Stephan Schaller in das Präsidium gewählt.

Digitale Agenda

Im Juli 2016 besuchte eine Delegation aus Ostwürttemberg EU-Kommissar Günther Oettinger bei der Europäischen Kommission. Ziel war es, die Digitale Agenda der EU vor Ort kennenzulernen, um daraus Schlüsse für die Region abzuleiten. Darauf folgend beschlossen Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim 2. Landespolitischen Abend der IHK im April 2017, eine Digitale Agenda auf den Weg zu bringen. Diese soll die Entwicklung der Digitalisierung in Ostwürttemberg nicht nur begleiten, sondern vor allem aktiv gestalten. Peter Schmidt, Innovations- und Technologieberater: „Hierzu wurde zunächst der IHK-Digitalisierungsausschuss unter Vorsitz von Michael Belko, Leiter der ZEISS-Konzern-IT, als beratendes Fachgremium beauftragt, das Projekt zu begleiten. Ergebnis der Arbeit ist ein Positionspapier mit drei Kernbereichen: die digitale Infrastruktur, digitale Inhalte in der Aus- und Weiterbildung sowie die Rahmenbedingungen und IKT-Strukturen. Damit solle Ostwürttemberg Erprobungsraum für Zukunftsthemen werden. „Die Digitale Agenda Ostwürttemberg werden wir am 12. Juli beim 3. Landespolitischen Abend Innenminister Thomas Strobl sowie unseren Mitgliedern des Landtags für die Wahlkreise der Region vorstellen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle. Mit diesem Positionspapier könne man erstmals die Bedarfe der Region gegenüber Land und Bund gebündelt aufzeigen.

Mittelfristige Finanzplanung

Die IHK-Vollversammlung erhielt ein informelles Update der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung über den Wirtschaftsplan 2018 hinaus. Damit wurde die in 2017 begonnene jährliche Information perspektivisch über einen Dreijahres-Zeitraum fortgeschrieben. Insbesondere wurden die finanziellen Entwicklungen und Ziele beim Erfolgsplan, den Rücklagen und beim Finanzplan für die Jahre 2019 bis 2021 dargestellt. Das Niedrigzins-Umfeld belaste dabei weiterhin das Ergebnis, das durch die erforderlichen Aufzinsungen der Pensionsrückstellungen geprägt sei.

„Make Ostwürttemberg“

Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfeld Gründung und Förderung, informierte über die „Make Ostwürttemberg“. Unter den Schlagworten „Zukunft. Digitalität. Trends“ veranstaltet die Stadt Heidenheim gemeinsam mit vielen regionalen Partnern und der IHK dieses neue Format. Am 22. und 23. September 2018 wird Heidenheim zum Treffpunkt der Maker-Szene Süddeutschlands. Schmid: „Wir sind stolz, dass Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat, bei der sich junge Talente, Start-ups und Maker rund um die Trendthemen Roboter, Drohnen, Virtual Reality, Augmented Reality und 3D-Druck. Es gibt Workshops, Vorträge und eine große Maker-Ausstellung.“ Es wird ein Treffpunkt junger Technik-Freaks und damit zugleich eine interessante Plattform für Unternehmen, um sich interessanten Nachwuchskräfte zu präsentieren. Start-ups begegnen innovativen Projekten aus Unternehmen und Hochschulen. „Wir erwarten zwischen 5.000 und 10.000 Besucher jeden Alters. Ein Event, wahrscheinlich einzigartig in Baden-Württemberg“, erklärte Schmid.

Beeindruckende Firmenentwicklung

Nach der offiziellen Sitzung berichtete Bernd Richter, Geschäftsführer der Richter Lighting Technologies GmbH, über die erfolgreiche Entwicklung seines Unternehmens. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und hat Kunden auf der ganzen Welt. Äußeres Zeichen hierfür sind die Firmenneubauten in Heubach. Beschäftigt werden heute über 130 Mitarbeiter aus 33 Ländern. Richter setzt auf offene Kultur und positive Energie als Nährboden im Unternehmen für Innovationen. Richter: „Wir sind top innovativ, weil wir frei und radikal sind. Zugleich sind wir extrem altmodisch, weil wir auf die guten alten Werte setzen.“ Bei Richter wird im Durchschnitt alle 13 Tage ein neues Produkt entwickelt.

Stadt mit Perspektive

„Wir wollen durch Kreativität glänzen und sehen uns als eine Stadt mit Perspektive“, sagte Bürgermeister Frederick Brütting bei der Vorstellung seiner Stadt am Ende der Sitzung. Die Stadt unter dem Rosenstein habe in den vergangenen Jahren eine spürbare Aufwärtsentwicklung genommen. Er sei stolz auf die leistungsfähigen Unternehmen in Heubach, insbesondere auf die Richter Lighting Technologies GmbH. Diese belebten mit ihrem Wachstum die Stadt. Brütting will Heubachs Attraktivität als Lebens- und Arbeitsort stärken insbesondere durch Investitionen in Bildung und Betreuung sowie in neue kommunale Entwicklungsflächen. Brütting: „Wir wollen für junge Menschen nicht nur Herkunft sein, sondern Heimat und Zukunft.“

V.i.S.d.P.: IHK Ostwürttemberg

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