Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

In der Tradition eines großen Vordenkers und Netzwerkers

Rhein-Neckar  | 26.09.2018

In der Tradition eines großen Vordenkers und Netzwerkers. Foto: ©Tobias Schwerdt
In der Tradition eines großen Vordenkers und Netzwerkers. Foto: ©Tobias Schwerdt

Mannheim: Vinton G. Cerf, einer der „Väter des Internets“, ist mit dem diesjährigen Carl-Theodor-Preis der Metropolregion Rhein-Neckar ausgezeichnet worden. Der 75-jährige amerikanische Informatiker ist der zweite Träger der (undotierten) Auszeichnung, die der Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar (ZMRN e.V.) seit 2016 an herausragende Persönlichkeiten vergibt, deren Wirken auch die Werte der Regionalentwicklung in Rhein-Neckar widerspiegelt.

Cerf erhielt die Auszeichnung gestern Abend (24.9.) im Rahmen desHeidelberg Laureate Forum in der Heidelberger Stadthalle im Beisein von rund 500 geladenen Gästen. Laudator Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg, würdigte Cerf als wissenschaftliche Leitfigur, deren Schaffen die Welt verändert habe. Ein würdiger Preisträger des Carl-Theodor-Preises sei Cerf vor allem deshalb, weil er wie kein Zweiter interdisziplinäre Offenheit vorlebe: „Ihr Wirken verbindet die akademische, die wirtschaftliche, die politische und die gesellschaftliche Dimension. Das macht Sie zu einem Vorbild – insbesondere für uns hier in der Metropolregion Rhein-Neckar“.

Luka Mucic, Vorstandsmitglied des ZMRN und der SAP, nannte Cerf in seiner Begrüßungsrede einen „der maßgeblichen Vordenker, technischen Schöpfer und Visionär der weltweiten Vernetzung“. Der Netzwerkgedanke sei auch das Leitmotiv der Regionalentwicklung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Dieses Motiv sei Tradition in der Region seit den Tagen des Kurfürsten Carl Theodor im 18. Jahrhundert: „Carl Theodor war, so kann man sagen, einer der ersten großen Netzwerker – nur ohne Internet!“, so Mucic im Hinblick auf den Preisträger als Pionier der globalen Vernetzung und Kommunikation.

Cerf zeigte sich geehrt von der Auszeichnung und bekundete in einer kurzen Ansprache seine Verbundenheit mit der Rhein-Neckar-Region, die er seit 2013 anlässlich des Heidelberg Laureate Forums jedes Jahr sehr gerne besuche. Diese rühre jedoch nicht nur von seinen regelmäßigen Stippvisiten oder seiner großen Sympathie für guten Wein und gutes Essen, sondern vermutlich auch vom Umstand, dass einige seiner Vorfahren mutmasslich aus Mannheim stammen, was er sobald wie möglich weiter ergründen wolle.

Auszeichnung eingebettet in Heidelberg Laureate Forum

Die Preisverleihung war eingebettet in das Heidelberg Laureate Forum, das vom 23. bis 28. September zum sechsten Mal die Welt-Elite der Informatik und Mathematik in der Stadt am Neckar versammelt. Ziel des Forums ist es, nach Vorbild der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, die in diesen Disziplinen führenden Denker unserer Zeit mit den Nachwuchsforschern zusammen zu bringen, um den wissenschaftlichen Austausch über Generationen und Kulturen hinweg zu fördern.

Cerf: Vordenker globaler Vernetzung

Cerf, 1943 in New Haven, Connecticut, geboren, ausgebildet an den kalifornischen Eliteuniversitäten Stanford und UCLA, gilt als einer renommiertesten Wissenschaftler der Gegenwart und einer der maßgeblichen Technik-Pioniere des Internets beziehungsweise der technischenGlobalisierung. Zusammen mit seinem Wissenschaftler-Kollegen Robert Kahn implementierte Cerf in Diensten des US-Verteidigungsministeriums bereits Mitte der 1970er Jahre das sogenannte Transmission Control Protocol/Internet Protocol, kurz: TCP/IP. Ziel war es, Computer und Computer-Netzwerke so zu verbinden, dass sie miteinander kommunizieren. Im Zuge dessen wurde auch die erste EMail der Welt geschrieben. Cerf und Kollegen legten seinerzeit die technische Basis, auf der sich Ende der 1980er Jahre das zivile, kommerzielle Internet entwickeln konnte, welches in der Folge die ganze Welt vernetzte und revolutionierte.

Seit 2005 arbeitet Cerf für Google als strategischer Berater undInternet-Visionär. Daneben ist er als führender kreativer Kopf in zahlreichen staatlichen und industriellen Kollaborationen und Netzwerken weltweit gefragt, darunter im NASA-Projekt „Interplanetares Internet“.

Cerf wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit zahlreichen Ehrungen und Preisen bedacht, darunter der Turing-Award („Nobelpreis der Informatik“) und die Presidential Medal of Freedom (höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten).

Preis für herausragende Impulsgeber: Cerf folgt auf Yunus

Der Carl-Theodor-Preis der Metropolregion Rhein-Neckar versteht sich als Auszeichnung im Geiste kurpfälzischer Tradition: „Schon zu Carl Theodors Zeiten waren kreative Köpfe in der Rhein-Neckar-Region gern gesehen und hoch geschätzt. In dieser Tradition wollen wir mit dem Carl-Theodor-Preis ein Zeichen setzen: Er schlägt den Bogen von den Vordenkern der Vergangenheit hin zu den Impuls- und Ideengebern der Gegenwart“, sagt Kirsten Korte, Geschäftsführerin des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar.“ Erster Preisträger war 2016 Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der als seiner der Urheber der Mikrofinanz-Bewegung gilt.

V.i.S.d.P.: Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

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