Handwerkskammer Konstanz

Die Wirtschaft will weiter anpacken

Schwarzwald-Baar-Heuberg | 14.01.2019

Einen süßen Vorgeschmack auf die Europawahl. Foto: ©Oliver Hanser
Einen süßen Vorgeschmack auf die Europawahl. Foto: ©Oliver Hanser

Konstanz: Gemeinsinn statt Egoismus, Farbe bekennen statt Schwarzsehen, Anpacken statt Zuschauen:

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Handwerkskammer Konstanz und der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee im Konstanzer Bodenseeforum gaben Vertreter beider Kammern die Losungen aus, die 2019 zu einem Jahr des anhaltenden wirtschaftlichen Erfolgs und eines stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalts machen sollen.

Selbstvertrauen soll wachsen

Wie’s funktionieren könnte, demonstrierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den über 1.000 Gästen nicht nur durch hochgekrempelte Ärmel am Rednerpult. Auch politisch will der gebürtige Saarländer etliche Themen anpacken, die im Koalitionsgerangel des vergangenen Jahres liegen geblieben sind. Nachholbedarf sieht der Wirtschaftsminister beispielsweise in Sachen Digitalisierung und beim Ausbau des Mobilfunknetzes, aber auch bei einer Stärkung der Gründerkultur in Deutschland. „Wir müssen uns etwas zutrauen“, so sein Appell. Überall in der Welt stehe Deutschland beispielhaft für eine Industrienation, der es gelinge, Lebensqualität mit Umweltschutz und einer leistungsfähigen Wirtschafts- und Arbeitswelt zu verbinden. Allerdings fehle es mittlerweile häufig an Entschlossenheit: „Wir brauchen die vielen kleinen Taten, den Fleiß und die Zusammenarbeit. Aber wir brauchen auch die Bereitschaft, uns große Ziele zu setzen“, sagte Altmaier.

Farbe bekennen bei Zuwanderung

Farbe zu bekennen hatte zuvor auch Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner von Politik und Gesellschaft gefordert – etwa beim Thema Zuwanderung. „Deutschland ist längst ein Einwanderungsland und wird noch bunter werden. Ohne geregelte Zuwanderung werden wir die Zukunft nicht stemmen können“, so Reiner. Bereits heute seien rund sieben Prozent der Auszubildenden im Kammergebiet geflüchtete Menschen.

Dass Solidarität letztlich allen zugute käme, betonte auch IHK-Präsident Thomas Conrady. Als Beispiel nannte er das duale Ausbildungssystem, um das man Deutschland weltweit beneide: „Es ist eine historisch gewachsene Struktur, eine Gemeinschaftsaufgabe, die wir seit jeher zusammen bewältigen.“ Gemeinsame Aufgaben auch gemeinsam zu lösen und solidarisch zu finanzieren, sei eines der Geheimnisse einer erfolgreichen Wirtschaftsordnung, aber auch einer intakten Gesellschaft.

Rückendeckung für den Meister

Als Voraussetzung für ein funktionierendes Ausbildungssystem, aber auch für Qualität im Sinne des Verbraucherschutzes und für die Nachhaltigkeit von Unternehmensgründungen brachte Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner die Meisterpflicht ins Spiel, deren Wiedereinführung in den 2004 deregulierten Berufen das Handwerk seit langem fordert. Dafür erhielt er prompt Rückendeckung vom Bundeswirtschaftsminister: „Ich will, dass junge Menschen etwas in der Hand haben“, sagte Altmaier und kündigte eine erste Entscheidung Mitte des Jahres an.

Aufschwung nicht kleinreden

Auch ansonsten macht der Minister dem Handwerk und der Industrie Hoffnung auf ein gutes neues Jahr – trotz aller internationaler Herausforderungen von Brexit bis Handelsstreit: „Der Aufschwung wird weitergehen“, so seine Prognose. Das größte Risiko seien die Schwarzmaler, die den Mittelstand verunsicherten. Staatlicherseits wolle man durch Investitionen und Steuerentlastungen für den richtigen Rahmen sorgen. Der Blick in die Geschichte zeige: „Wir sind besser geworden und haben aus unserem Land viel gemacht.“

V.i.S.d.P.: Handwerkskammer Konstanz

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