Südwestmetall

Baden-Württemberg darf sich nicht ausruhen

Stuttgart (Region) | 30.11.2018

Baden-Württemberg darf sich nicht ausruhen. Foto: ©AntonMatyukha / Depositphotos.com
Baden-Württemberg darf sich nicht ausruhen. Foto: ©AntonMatyukha / Depositphotos.com

Stuttgart: Baden-Württemberg ist die Innovationsregion Nummer eins in Europa. Doch wie kann dieser Innovationsvorsprung verteidigt werden? Der Arbeitgeberverband Südwestmetall, die Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg und die Duale Hochschule Baden-Württemberg haben dazu am Freitag in Stuttgart in der Landespressekonferenz ein gemeinsames Positionspapier mit umfangreichen Forderungen zur Stärkung von Innovationen und Gründergeist in Baden-Württemberg vorgestellt.

Karl Schäuble, Mitglied des Engeren Vorstands, Arbeitgeberverband Südwestmetall: „Hochschulen müssen noch stärker darin unterstützt werden, zum Gründungscampus zu werden. Neben der Verknüpfung von Gründungslehre, Gründerberatung und Forschung müssen die Hochschulen ertüchtigt werden, als Vermittler Ideen mit Gründerpersönlichkeiten zusammenzubringen, start ups mit Industrieunternehmen zu vernetzen und ein Start-up-support-System umzusetzen.

Gründer benötigen bei anspruchsvollen technologieorientierten Projekten auch Zugang zu Laborräumen. Die mit der letzten Novelle des Landeshochschulgesetzes gestärkte rechtliche Möglichkeit für Hochschulen, Unternehmens- und Existenzgründungen durch Überlassung von Räumlichkeiten und Laboren zu fördern, begrüßen wir. Daneben ist aber dringend eine finanzielle Förderung durch das Land zur Bereitstellung zusätzlicher Infrastruktur notwendig, da die bisherige Infrastruktur bereits durch Forschung und Lehre oftmals vollkommen ausgelastet ist.“

Prof. Dr. sc. agr. Stephan Dabbert, Stv. Vorsitzender, Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg e.V.: „Um Innovationen gerade bei Absolventinnen und Absolventen und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern, sind Freiräume im Studium sowohl für eigenständige Forschung als auch für den Technologietransfer notwendig. In solchen betreuten Freiräumen können Studierende neue Ideen entwickeln und umsetzen. Bisher können wir solche Möglichkeiten nur punktuell und projektgefördert anbieten, da unsere grundständige Personalkapazität dafür nicht ausreicht. Die Politik ist aufgerufen, die Rahmenbedingungen des Studiums durch bessere Betreuungsrelationen deutlich zu verbessern, so dass Projektarbeit in kleinen Gruppen für den Großteil der Studierenden möglich wird.

Für die Universitäten sind zudem Flexibilisierungen im Hochschulbau notwendig, um die langwierigen Verfahren zu verkürzen, die Investitionen in innovative Forschungsrichtungen um Jahre verzögern. In Baden-Württemberg beginnen erste Projekte, in denen Universitäten Baumaßnahmen in Eigenverantwortung durchführen. Im Hochschulbau müssen alle Optionen, die zu einer Beschleunigung der Abläufe führen, genutzt werden, wenn Baden-Württemberg ein Hochtechnologiestandort bleiben will. Als sehr positiv muss herausgestellt werden, dass die Landesregierung in jüngster Zeit die Etats für den Hochschulbau deutlich erhöht hat.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser, Vorsitzender, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg e.V.: „Als wissenschaftlicher Partner für eine innovationsgeleitete Regionalentwicklung nehmen die HAW eine entscheidende Rolle für das Land ein. Die kommenden Verhandlungen zum nächsten Hochschulfinanzierungsvertrag bieten die Chance, die Hochschulen im Land für die Zukunft fit zu machen, indem eine verlässliche, nachholende Finanzierung von allen Daueraufgaben unter Berücksichtigung des Hochschulausbaus erreicht wird.

Dabei geht es um mehr als um bessere Studienbedingungen und die, nach einem dynamischen Ausbau der Hochschulart, dringend notwendige Entlastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es geht um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unserer dezentral aufgestellten Wirtschaft. Gute Hochschul- und Innovationspolitik bedeutet auch gute Wirtschafts- und Strukturpolitik. Gerade durch die umsetzungsorientierte Forschung der HAW auch für den Mittelstand in allen Regionen des Landes. Dabei entsteht der Transfer über Köpfe, anwendungsorientierte Forschung, Technologietransfer und über die gesellschaftliche Verankerung der Hochschulen vor Ort.“

Prof. Arnold van Zyl PhD/Univ. of Cape Town, Präsident, Duale Hochschule Baden-Württemberg: „Innovationsfähigkeit lebt vom schnellen und wechselseitigen Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft. Baden-Württemberg verfügt über eine enorm leistungsfähige, differenzierte und komplementäre Hochschullandschaft. Gerade beim Wissenstransfer müssen wir die einander ergänzenden Stärken unterschiedlicher Hochschularten und bestehende Vernetzungen mit der Wirtschaft gezielt einsetzen. Von Unternehmen und Hochschulen getragene Duale Professuren sind ein geeignetes Mittel, die Verzahnung von Theorie und Praxis in Forschung und Lehre zu stärken.

Nicht nur die Unternehmens-, sondern auch die Hochschullandschaft Baden-Württembergs zeichnet sich durch eine starke regionale Verteilung und Verankerung aus. Diese Stärke sollten wir stärken und Wissen dort generieren und bereitstellen, wo es vor Ort gebraucht wird. Zusätzliche Aufgaben in Forschung, Innovation und Transfer erfordern auch eine auskömmliche und dauerhafte Finanzierung. Nur so werden wir in Baden-Württemberg unserer Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Zukunftschancen unserer Absolventinnen und Absolventen gerecht.“

V.i.S.d.P.: Südwestmetall

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