Agentur für Arbeit

MINT-Potenziale nutzen – #AusbildungKlarmachen!

Stuttgart (Region) | 08.03.2019

MINT-Potenziale nutzen – #AusbildungKlarmachen! Foto: ©AlexLipa / depositphotos.com
MINT-Potenziale nutzen – #AusbildungKlarmachen! Foto: ©AlexLipa / depositphotos.com

Stuttgart: „#AusbildungKlarmachen!“ – unter diesem Motto steht die diesjährige „Woche der Ausbildung“ vom 11. bis 15. März. Die bundesweite Aktionswoche soll Jugendlichen und Eltern die Vorteile einer Berufsausbildung aufzeigen und Betriebe und junge Menschen zusammenzubringen.

Was haben Werkstofftechnik, IT-Administration und Verfahrensmechanik gemein? Es sind alles mathematisch-naturwissenschaftlich oder technisch orientierte Berufe, so genannte MINT-Berufe, die am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg eine große Rolle spielen. 2017 wurden im Land 31 Prozent aller Ausbildungsverträge in MINT-Fachberufen abgeschlossen, über 27.000. Damit gehört Baden-Württemberg zu den drei größten MINT-Ausbildungsmärkten bundesweit; in den Bereichen Informatik, Mathematik und Naturwissenschaft ist die Zahl der Ausbildungsverträge im bundesweiten Vergleich sogar überproportional gestiegen. Weshalb also gibt es auf dem Arbeitsmarkt in manchen MINT-Branchen mehr Stellenangebote als Bewerber?

Gesucht: MINT-Fachkräfte – auch unter jungen Frauen

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen ist der Bedarf an Fachkräften in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein weiterer möglicher Grund ist aber auch die Geschlechterverteilung auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt: Mädchen und junge Frauen machten 2017 nur knapp 12 Prozent der Auszubildenden in MINT-Berufen aus. Sie bevorzugten dabei vor allem gesundheitstechnische oder kreative Berufe wie Augenoptikerin, Biologielaborantin oder Mediengestalterin.

Ungenutztes Potenzial

Bei Ausbildungsberufen im Bereich der Informatik dagegen, der Schlüsselbranche des digitalen Wandels, gab es gerade einmal siebeneinhalb Prozent weibliche Auszubildende. Und nur die Wenigsten wollen Elektronikerin oder Anlagenmechanikerin werden. Dabei sind gerade in diesen Branchen die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, mit am höchsten.

„Wir können es uns künftig nicht mehr leisten, auf dieses Potenzial zu verzichten“, meint dazu Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Unsere Herausforderung liegt nun darin, neben jungen Männern auch junge Frauen verstärkt für Berufe im technischen und im IT-Bereich zu interessieren: Am Girls‘Day am 28. März zum Beispiel können Schülerinnen in Werkstätten, Laboren oder Büros erste berufliche Eindrücke sammeln. Bei der Kooperativen Berufsorientierung (KooBO) haben sie sogar ein Jahr Zeit, sich mit einem Beruf auseinanderzusetzen. Mit solchen und anderen Angeboten wollen wir ihnen helfen, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern.“

Alte Klischees: Männerberuf – Frauenberuf

Doch viele Mädchen fürchten, als unweiblich und uncool wahrgenommen zu werden, wenn sie technische oder mathematische Interessen und Fähigkeiten zeigen; andere halten sich von vorneherein für „unbegabt“. Weit verbreitet ist auch das Vorurteil, technische Arbeitsplätze seien grundsätzlich laut und dreckig, ohne soziale Kontaktmöglichkeit oder gesellschaftlichen Bezug. Dieses Image kann sich verändern, wenn Mädchen wissen, dass im „Einzelkämpferberuf“ IT-Administration sehr wohl Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung gefragt sind oder dass auch eine Packmitteltechnologin sich mit Umweltschutz beschäftigen muss.

Berufliche Praktika können Jugendlichen wie Betrieben helfen, ihre jeweiligen Vorurteile abzubauen. Erfahrungsgemäß taugen auch Vorbilder dazu, berufliche Klischees und Rollenmuster zu überwinden: Seit Kommissarinnen oder Pathologinnen in TV-Serien zu sehen sind, hat sich die Zahl der Bewerberinnen in diesen Berufsfeldern deutlich erhöht; man spricht dabei vom „Scully-Effekt“.

Viel zu wenig bekannt: Frauen als Pionierinnen

„Das Umdenken muss aber auch in den Köpfen von Eltern und Lehrkräften und in den ausbildenden Betrieben stattfinden“, stellt Christian Rauch klar: „Auf mathematisch- naturwissenschaftlichem und technischem Gebiet gibt es wichtige Errungenschaften von Frauen, die uns heute ganz selbstverständlich begleiten.“

Dies sind unter anderem

- das Schalenmodell des Atomkerns von Physikerin Maria Goeppert-Mayer (1960er Jahre),
- die Leichtgewichtbrillengläser von Chemikerin Marga Faulstich (1973) oder
- der ARM-Mikroprozessor, Basistechnologie fast aller Smartphones und Tablets, mitentwickelt von der Informatikerin Sophie Wilson (1985).

„Und für die, die gern genießen: Die Amerikanerin Nancy Johnson erfand 1843 die erste Eismaschine“, ergänzt Christian Rauch. Die „Woche der Ausbildung“ wird jährlich von der Bundesagentur für Arbeit veranstaltet. In den Agenturbezirken finden gemeinsam mit den weiteren Partnern am Übergang Schule-Beruf viele Aktionen statt, um Arbeitgebern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Bedeutung beruflicher Ausbildung vor Augen zu führen. Die Berufsberatung informiert gerne über das breite Spektrum der Berufsbilder und kennt die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt vor Ort. Als wichtige Akteurin beim Übergang Schule-Beruf berät und unterstützt sie Jugendliche bei der Berufswahl.

Denn eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nach wie vor die beste Eintrittskarte in das Berufsleben. Gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend gesucht und haben beste Chancen am Arbeitsmarkt.

V.i.S.d.P.: Agentur für Arbeit

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