IHK Südlicher Oberrhein

Südbaden und Elsass: Berufs- und Bildungsmesse ohne Grenzen in Colmar knackt die 20.000 Besuchermarke

Südlicher Oberrhein | 30.01.2019

Am IHK-Stand auf der Regionalmesse in Colmar konnten sich die Jugendlichen informieren. Foto:©IHK
Am IHK-Stand auf der Regionalmesse in Colmar konnten sich die Jugendlichen informieren. Foto:©IHK

Freiburg: Bei der 41. Regionalmesse „Salon Formation Emploi Alsace“ nutzten Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Südlicher Oberrhein den Weg über die Grenze, um in Colmar französische Jugendliche über Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsberufe in Deutschland zu informieren oder Interessierte als Fachkräfte zu gewinnen.

Bereits zum siebten Mal bot die IHK den Unternehmen aus dem Kammerbezirk am vergangenen Wochenende die Möglichkeit, sich unkompliziert am IHK-Gemeinschaftsstand zu präsentieren.

In Halle drei, ziemlich genau in der Mitte des Messegeländes in Colmar nutzten in diesem Jahr 28 IHK-Mitgliedsunternehmen die Chance, sich am 800 Quadratmeter großen Messeareal der IHK Südlicher Oberrhein zu beteiligen. „Die Messe in Colmar ist das zentrale Schaufenster, in dem sich deutsche Betriebe den Französischen Jugendlichen, Lehrstellenbewerbern und Fachkräften auf der Suche nach Stellenangeboten präsentieren können“, erklärt IHK-Präsident Dr. Steffen Auer bei der Messeeröffnung. Und die Idee macht Sinn: Schließlich werden 2030 laut IHK-Demografierechner 28.000 Fachkräfte fehlen. Bereits jetzt stellt die IHK einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs über alle Branchen hinweg, von der Hotellerie über die Industrie bis hin zum Handel und den Dienstleistungen, fest. Gleichzeitig herrscht im Nachbarland Frankreich eine Jugendarbeitslosigkeit von über 20 Prozent. „Die Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg waren noch nie so gut für junge Menschen wie heute, besonders für französische Jugendliche“, stellt Auer fest.

„Wir hoffen, auf der Messe an Bewerber zu kommen, die so nicht auf uns zukommen würden“, sagt Franziska Trautmann, Personalreferentin von Stopa Anlagenbau in Achern-Gamshurst. Das Unternehmen beschäftigt dort rund 250 Mitarbeiter, rund 40 davon sind Franzosen. Derzeit werden unter anderem Auszubildende als Mechatroniker sowie Maschinenbauingenieure und technische Einkäufer gesucht. „Mit der Messe können wir unseren Bekanntheitsgrad erhöhen und können die Gelegenheit nutzen, einfach mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, erklärt Trautmann. Diese Vorteile der Messe überzeugen das Unternehmen, das sich bereits zum sechsen Mal am IHK-Gemeinschaftsstand beteiligt.

Damit der Erstkontakt mit den französischen Messebesuchern einfacher fällt, hat das Entsorgungsunternehmen Remondis gleich einen eigenen französischen Mitarbeiter mitgenommen, der bei der Ansprache unterstützt und aus seinem Arbeitsalltag berichtet. „Trotz Grenznähe ist die Sprachbarriere auf beiden Seiten vorhanden, daher hilft ein Ansprechpartner auf eigener Sprache schon sehr dabei, ins Gespräch zu kommen“, findet Marcel Berger, Assistent der Geschäftsführung des Münchener Unternehmens mit einer Niederlassung in Freiburg. Remondis nimmt zum ersten Mal an der Messe teil. „Wir haben aktuell einen akuten Fachkräftemangel vor allem bei den Berufskraftfahrern, sowohl in der Ausbildung als auch bei den ausgelernten Mitarbeiten. Da ist die Messe eine gute Gelegenheit, auch einen Blick auf den französischen Markt zu richten, sich mit den anderen Ausstellern zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen“, berichtet Berger.

Auch der Personaldienstleister Idea Service aus Offenburg ist mit einer französischen Mitarbeiterin zum ersten Mal auf der Messe vertreten. „Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist gering, daher ist es sehr schwierig, hier Mitarbeiter für die Industrie wie Kommissionierer, Lagerhelfer oder Staplerfahrer zu finden. Wir rekrutieren bereits länger Mitarbeiter aus dem Elsass und wollten nun auch die Messe dafür nutzen“, erzählt Carole Mey, zuständig für Personaldisposition und Vertrieb bei Idea. Am Standort in Kehl beschäftigt das Unternehmen bei 100 Mitarbeitern bereits rund 80 Prozent Franzosen, schätzt Mey. „Neben der Sprache ist in Deutschland auch die Arbeitsmentalität eine andere als in Frankreich. In Deutschland gibt es eine sehr strukturierte Arbeitsweise und eine andere Disziplin, da muss man sich auch erst anpassen, aber das funktioniert sehr gut“, sagt Mey, die selbst bereits einige Jahre in Deutschland arbeitet.

„Deutsche Unternehmen, die sich an der Messe beteiligen, haben alles richtig gemacht: Denn gerade wir am Standort Südlicher Oberrhein sollten die Möglichkeiten der europäischen Zusammenarbeit nutzen“, meinte IHK-Präsident Auer abschließend in seiner Rede. Große Hoffnungen setzt Auer dabei auf den Ende Januar unterzeichneten Aachener Vertrag: „Der Vertrag zeigt, dass die Wichtigkeit des Themas grenzüberschreitende Berufsbildung in der Politik angekommen ist und setzt hier wichtige Impulse. Die Förderung grenzüberschreitender Mobilität in der Berufsbildung oder die Einrichtung einer Exzellenzinitiative für eine Kooperation in der Berufsbildung sind wichtige Schritte, um den Arbeitsweg zwischen Deutschland und Frankreich weiter zu erleichtern.“

V.i.S.d.P.: IHK Südlicher Oberrhein

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